Bald Negativzinsen für Sparkassenkunden?

Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Georg Fahrenschon, verkündete auf dem Sparkassentag, daß es nicht mehr auszuschließen ist, daß die Sparkassen in Zukunft bei Privatkunden Negativzinsen für Sparguthaben berechnen. Grund dafür ist das anhaltende Zinstief und die Negativzinsen, die die Banken selbst gegenüber der EZB für Spareinlagen zahlen sollen. Diese Negativzinsen machen sich speziell in Ländern wie Deutschland stark bemerkbar, wo die Menschen in erster Linie Geld auf Girokonten, Tagesgeldkonten und Sparbüchern horten.

Daneben macht sich bei den Sparkassen auch die hohe Filialdichte bezüglich der Kostenstruktur negativ bemerkbar. So planen die Sparkassen in Bayern in diesem Jahr ca. 10 % ihrer 2200 Filialen zu schließen. Gerade für die häufig ältere Kundschaft der Sparkassen ist das natürlich negativ.

Das Problem der niedrigen Zinsen lässt sich auch nicht nur durch die Vergabe von mehr Krediten lösen. Diese sind zumeist langfristig vergeben, während die Spareinlagen kurzfristig angelegt werden. Sobald die Zinsen wieder ansteigen bzw. die EZB keine Strafgebühr für Einlagen von den Banken verlangt, würden viele ihre Spareinlagen von den niedrig verzinsten Konten abziehen und somit das Gesamtkonstrukt ins Wanken bringen.

Wann die ersten Sparkassen Negativzinsen in Rechnung stellen, bleibt abzuwarten. Sofern sich die finanzwirtschaftliche Situation nicht bald nachhaltig ändert, dürfte dies aber entweder in der zweiten Hälfte des Jahres 2016, aber wohl spätestens in 2017 der Fall sein.

Auch bei den Gebühren für Girokonten dürfte sich die Preischraube weiter drehen. Allerdings müssen die Banken und Sparkassen hier vorsichtig sein. Solange es gerade im Direktbanksegment noch entsprechende kostenlose Kontomodelle gibt, besteht die Gefahr, daß viele Kunden dann das Kreditinstitut wechseln. Das führt dann dazu, daß die Fixkosten auf weniger Kunden umgelegt werden müssen, was dann eventuell wieder zu Gebührenanhebungen führen könnte.

Da die Kritik an der EZB an der nicht so wirklich wirkenden Niedrigzinspolitik immer lauter wird, ist allerdings nicht auszuschließen, daß sich daran etwas ändern könnte. Für Sparer wäre das eher positiv, nur wer Kredite in Anspruch nehmen möchte, der wünscht sich wohl noch länger eine Niedrigzinsphase.

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Postbank: Kostenloses Girokonto bald Vergangenheit?

Bei der Postbank bekommt man Probleme mit der anhaltenden Niedrigzinsphase und so überlegt man hier durchaus zu Maßnahmen zu greifen, die bisher im Bereich der Privatkunden eher nicht eingesetzt wurden. So kann es durchaus sein, daß Privatkunden der Postbank auch Strafzinsen für Guthaben zahlen müssen, ein Novum in Deutschland. Zwar seien Negativzinsen im Privatkundengeschäft nur schwer vorstellbar, doch die Postbnank möchte selbige nicht gänzlich ausschließen. Spätestens 2017 soll ein neues Preismodell bei der Postbank starten und da wird es dann wohl einige Einschnitte geben. Biswher wurde das kostenlose Girokonto durch die Spareinlagen quersubventioniert. Das geht nun nicht mehr wegen der Niedrigzinsphase. Das klassische Girokonto mit zahlreichen kostenlosen Leistungen steht also auch auf der Kippe. Wie lange es in der Form noch angeboten werden kann, will man bei der Postbank nicht genauer definieren, aber spätestens 2017 wird wohl damit Schluß sein.

1822direktHier dürfte sich das teure Filialkonzept der Postbank bemerkbar machen, das die zahlreichen Direktbanken nicht zu schultern haben und somit Produkte wie kostenlose Girokonten noch länger werden anbieten können. Dennoch wird sich mittelfristig etwas an der Zinsentwicklung nach oben ändern müssen, denn auf Dauer werden viele kostenlose Bankprodukte sonst nicht mehr quer zu subventionieren sein.

Die Bargeldabhebung am Automaten soll bei der Postbank für deren eigene Kunden aber auch in Zukunft kostenlos bleiben, so ein Sprecher der Postbank. In Zeiten wo sich der bargeldlose Zahlungsverkehr immer mehr durchsetzt, wohl nur ein schwacher Trost.

DKB-Cash: Das kostenlose Internet-KontoPostbank-Kunden sollten erst einmal schauen wann ihre Bank da etwas verändern möchte an der Preisstruktur und dann abwägen ob das neue Preismodell für sie noch akzeptabel ist. Kostenlose Alternativen gibt es bei Girokonten immer noch genügend und viele haben dazu auch attraktive Zusatzleistungen mit inklusive. Wer kein Problem mit einer reinen Direktbank hat, ist sicher gut beraten einen Kontowechsel zu einer Direktbank vorzunehmen und damit dann auch entsprechende Bankgebühren zu sparen.

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Volksbank Emmerich: 38 Cent Gebühr bei Kartenzahlung

Während allerorts der bargeldlose Zahlungsverkehr vorangetrieben wird, geht die Volksbank Emmerich in die andere Richtung. Seit Anfang März wurden nicht nur die Gebühren für Onlineüberweisung von 0 auf 5 Cent heraufgesetzt, nein es wurden auch Gebühren für Kartenzahlungen eingeführt. Wer jetzt mit seiner Bank- oder Kreditkarte der Volksbank Emmerich irgendwas, unabhängig vom Betrag(!), bargeldlos bezahlt, dem berechnet die Volksbank Emmerich pro Zahlungsposten 38 Cent!

LogoNur mal als Vergleich: wer bei der Fidor Bank kein Bargeld abhebt und drei (oder mehr) Kartenzahlungen im Monat macht, bekommt sogar 2 € No Cash-Bonus gezahlt.

234x60Die Volksbank Emmerich begründet das übrigens mit gestiegenen Kosten und beweist damit lediglich, daß sie die Zeichen der Zeit nicht erkannt und sich verkalkuliert hat. Anstelle den bargeldlosen und Online-Zahlungsverkehr zu fördern und somit die Kosten für Bargeldvorhaltung zu reduzieren, geht man hier in die entgegengesetzte Richtung.

1822direktAls Kunde der Volksbank Emmerich sollte man nun gut überlegen ob man derart rückwärts gerichtetes Verhalten seiner Bank wirklich unterstützen möchte. Trotz Zinstief und Kostendeckelung im Kreditkartenbereich gibt es immer noch eine Menge Banken mit kostenlosen Girokonten, wo man für das persönliche Nutzungsverhalten nicht bestraft wird. Ein Kontowechsel geht schnell und erfordert nur einen geringen Aufwand. Dafür kann man dann aber unter Umständen eine ganze Menge Kosten sparen. Geld, daß man lieber für Dinge ausgibt, die einem selbst mehr bringen, als für Kontoführungsgebühren oder Gebühren für Kartenzahlung.

Und vielleicht merkt auch die Volksbank Emmerich schon bald, daß sie sich mit diesen Gebührenveränderungen eher ins eigene Knie geschossen hat. Wenn die Kunden sich entscheiden zu anderen Kreditinstituten zu wechseln, wird man wohl irgendwann auch in Emmerich die getroffenen Entscheidungen nochmal überdenken.

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Das Girokonto für Jedermann kommt

Der Bundesrat hat ein neues Gesetz gebilligt, daß alle Banken in Deutschland verpflichtet ein sogenanntes Basiskonto anzubieten. Dieses Basiskonto ist speziell für jene Personen gedacht, die ansonsten kein Girokonto bekommen würden, z.B. wegen einer schlechten Schufa, einer eidesstattlichen Versicherung o.ä.

Klar dürfte hierbei sein: das Basiskonto wird wohl nicht kostenfrei angeboten, aber ist dennoch die Chance für einige überhaupt ein Girokonto zu bekommen. Dispokredit oder gar eine Kreditkarte mit eigenem Kreditrahmen wird es nicht geben. Auch sonstige Überziehungen des Kontos sollen nicht möglich sein. Das Basiskonto soll grundlegende Finanzgeschäfte ermöglichen: Ein- oder Auszahlungen sowie das Lastschrift-, Überweisungs- und Zahlungskartengeschäft.

Das Konto ist auch für die Personen erhältlich, die sich nur temporär in Deutschland aufhalten oder keinen festen Wohnsitz haben. So können z.B. auch Obdachlose ein solches Girokonto dann eröffnen. Es gibt für die Banken außerdem nur ganz wenig Spielraum die Eröffnung eines solchen Basiskontos abzulehnen. Dies ist nur möglich wenn der Kunde bereits ein Basiskonto hat, ihm ein Konto wegen Zahlungsverzug gekündigt wurde oder er gegenüber der Bank eine Straftat verübt hat.

300x250Ansonsten muß zukünftig jede Bank dem Wunsch des Kunden zur Eröffnung eines solchen Basiskontos nachkommen. Abzuwarten bleibt jedoch, wie die Banken die Gebühren für derartige Basiskonten gestalten, denn die Nutzer solcher Konten sind in der Regel nicht solche, die die meisten Banken als Kunden haben wollen und so wird man versuchen die Basiskonten so unattraktiv wie möglich zu gestalten.

Einige Sparkassenverbände bieten die Basiskonten bereits seit einiger Zeit an. Die restlichen Sparkassen, aber auch sämtliche Volksbanken, Raiffeisenbanken und auch alle Privatbanken müssen nun auch ein entsprechendes Basiskonto in ihr Produktportfolio aufnehmen.

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Sparkassen wollen kostenlose Girokonten abschaffen

Obwohl die Sparkassen im letzten Jahr 2 Milliarden Euro Gewinn erwirtschafteten, denken sie darüber nach kostenlose Girokonten abzuschaffen. Aufgrund der Niedrigzinsen ist, so ein Sparkassensprecher, eine Quersubventionierung durch Zinsgewinne nicht mehr möglich. Die 2 Milliarden Euro Gewinn in 2015 ergeben sich in erster Linie aus Provisionseinnahmen durch die Vermittlung von Geldanlagen wie Fonds, Bausparverträgen o.ä.

Für die Kunden bedeutet das in Zukunft steigende Kosten für ein Produkt, das immer häufig komplett online abgewickelt wird und für das vor Ort immer weniger Personal benötigt wird. Die Kunden haben dann nur zwei Möglichkeiten: erstens in den sauren Apfel beißen und zukünftig wieder Kontoführungsgebühren zu zahlen oder einen Wechsel der Bankverbindung ins Auge zu fassen. Letzteres ist praktisch nur dann sinnvoll, wenn man schon jetzt seine Bankdienstleistungen weitestgehend online abwickelt.

Immer weniger kostenlose Girokonten bei Filialbanken

Wer seine Bankgeschäfte eher in der Filiale abwickelt, wird es da schwerer haben. Hier bleiben nur die Möglichkeit mit seiner Sparkasse individuelle Konditionen auszuhandeln oder zu schauen ob andere Filialbanken bessere Angeboten bieten. Gerade im ländlichen Raum gibt es da eher weniger Alternativen.

Onlinebanken weiter Vorreiter bei kostenlosen Girokonten

Bei den reinen Onlinebanken gibt es immer noch zahlreiche komplett kostenlose Angebote. Da dürfte es auch weniger zu entsprechenden Einschränkungen kommen, ist doch gerade das kostenlose Girokonto DAS Aushängeschild der Onlinebanken. Hier wird man also so lange als möglich an einem entsprechend kostenlosen Girokonto festhalten.

Welches der immer noch recht zahlreichen kostenlosen Angebote für einen selbst in Frage kommt, kann man pauschal nicht mit einer Empfehlung beantworten. Da spielen mehrere Faktoren mit rein, sei es der Bedarf kostenlos Bargeld abheben zu können, das Girokonto via Smartphone-App verwalten zu können oder gar der Wunsch einer Kreditkarte ohne Fremdwährungsgebühren.

Auf jeden Fall sollte man die entsprechenden Angebote miteinander vergleichen. Noch immer gilt: ein Girokonto muss keine Gebühren kosten!

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