Das Internet ist böse – okay, das wird ja von den restlichen Medien schon seit längerem gerne verbreitet, da sie ansonsten ihre Felle wegschwimmen sehen.

Letzte Woche erlebte ich folgendes. Während meines Hotelaufenthaltes in Düsseldorf schaltete ich da abends auch nochmal kurz den Fernseher ein. Mal abgesehen von der Tatsache, daß ich feststellte nichts verpaßt zu haben weil ich keinen Fernseher besitze, blieb ich an einer Reportage hängen. Bitte fragt mich jetzt aber nicht auf welchem Sender die lief, hab ich jetzt vergessen.

Der Sachverhalt: eine junge Frau schaltet bei kijiji.de (!) ein Stellengesuch für eine Ausbildungsstelle im Bürobereich oder einen diesbezüglichen Job im Bürobereich. So weit, so gut. Die meisten Antworten kamen wohl nicht von irgendwelchen seriösen Unternehmen, sondern von zwielichtigen Gestalten die so nach dem Motto rangingen “Gehst mit mir ins Bett, bekommste auch nen Job” o.ä.

Dann wurden halt paar Termine arrangiert, das ganze gefilmt, dann versucht mit den “Arbeitgebern” zu sprechen usw. Das übliche halt. Und dann das Fazit: “Frau XY versucht nun wieder auf herkömmlichen Wege (Arbeitsamt) einen Job zu finden, denn das Internet ist zur Jobsuche völlig unbrauchbar.”

Hallo? Haben die noch alle Tassen im Schrank? Anscheinend kennt da wohl in deren Redaktion niemand Portale wie Jobscout24, Monster und wie die anderen seriösen Jobportale alle heißen. Hat die ernsthaft erwarte in einem herkömmlichen Kleinanzeigenmarkt treiben sich die Personalentscheider der Unternehmen rum und suchen nach potentiellen Arbeitnehmern? Diesen Beitrag fand ich sowas von billig gemacht, daß es eigentlich schon wieder peinlich ist. Jaja, das Internet ist böse. Und wie böse. Was wäre wohl passiert hätte das Mädel die Anzeige im Kleinanzeigenteil der örtlichen Zeitung geschaltet. Stellt sich die Frage ob da nicht auch solche zwielichtigen Angebote gekommen wären.