Es gibt wirklich nichts, was es nicht gibt. Diese Erfahrung durfte ich heute wieder einmal machen.

Doch fangen wir vorne an. Meine Mutter bat mich im Internet doch mal Ausschau zu halten nach einem Dichtring für ihren Schnellkochtopf. Also bin ich mal bissel rumgesurft. Erstaunlicherweise fand ich nur einen Anbieter für diesen besagten Dichtring, aber einer ist ja besser als keiner.

Diese Seite sah schon etwas seltsam aus. Es war dann auch mehr ein Inhaltsverzeichnis und so packte ich denn den Dichtring in den Warenkorb und klickte auf selbigen. Da kam erst eine Meldung ob ich in den Shop wolle (dachte, da war ich bereits? *grübel*), die ich dann bestätigte.

Was sich dann auftat war ein Shop aus meiner Anfangszeit im Internet, zumindest was das Framegerüst und das Design an sich anging. Okay, ich bin so etwas ja gewöhnt, also ab zum Warenkorb und dann den Dichtring bestellt. Nebenbei bemerkt empfand ich den Preis von 14,50 Euro schon als recht teuer, aber egal. Positiv überrascht war ich dann, als ich massig Zahlungsmöglichkeiten, u. a. auch alle möglichen Kreditkartentypen angeboten bekam. Also mich für Zahlung via VISA entschieden und auf weiter geklickt. Zuvor noch fix eine abweichende Lieferadresse angegeben, ja auch das war möglich(!), und dann die Kreditkartendaten eingegeben. Doch was war das? Das Feld enthielt einige vorgegebene Jahreszahlen, die von 2003 bis 2010 reichten. Hmm, dumm nur, daß meine Kreditkarten alle 2012 ablaufen. Was also tun?

Ich hab mich dann erstmal zum Impressum durchgeklickt und eine Telefonnummer gesucht. Also dort angerufen und mein Problem vorgetragen. Die Antwort überraschte mich:

“Ja, da haben heute schon ein paar Leute angerufen. Das muß umprogrammiert werden. Sie können mir jetzt aber die korrekten Ablaufdaten geben und im Formular geben sie dann einfach ein anderes Ablaufjahr ein.”

Hallo? Das Problem besteht garantiert nicht erst seit heute, denn Kreditkarten laufen in der Regel 3-4 Jahre, also ist das Problem mindestens schon seit Anfang 2008, eher aber seit 2007, bekannt.

Ich weiß nicht auf welcher Basis dieser Shop aufgebaut ist, ich habe so etwas in der Art vorher nicht gesehen. Aber ich kann mir sehr gut vorstellen, daß an dieser Stelle eine hohe Abbruchrate zu verzeichnen ist, wenn nicht bereits schon früher. Wenn dieser Shop auf den aktuellen Stand der Technik und des Designs gebracht werden würde, könnte man da sicher den Umsatz verdoppeln, wage ich mal zu behaupten.

Also liebe Shopbetreiber. Schaut euch euren Onlineshop genau an. Testet die verschiedenen Zahlungsmöglichkeiten. Funktioniert wirklich alles? Gibt es irgendwo Probleme und ganz wichtig: macht der Shop von außen einen seriösen und einladenden Eindruck? Am besten auch mal Fremde drüber schauen lassen und deren Kritik auch wirklich ernst nehmen.

Ich bekomme auch immer wieder Anfragen wo es um SEO geht und lehne diese häufig ab, weil das Design grottenschlecht ist oder die Usability oder beides. Da kann dann auch der beste SEO nichts ausrichten, wenn die zahlreichen Besucher gleich wieder wegklicken oder während des Bestellvorgangs verwirrt abbrechen.