Gestern nun fand die Bundestagsdebatte mit anschließender Abstimmung über das Erschwerungszugangsgesetz statt, welches dazu führt, daß Seiten mit kinderpornographischen Inhalten mit einem Stoppschild versehen werden.

Klingt ja erstmal ganz gut, doch denkt man etwas genauer drüber nach, wird man schnell einige Haken und Ösen finden.

1. Das Gesetz verstößt gegen das Grundgesetz wo es heißt: “Eine Zensur findet nicht statt.”

2. Die technischen Sperren sind recht leicht zu umgehen, wenn man denn will.

3. Das Gesetz kann später durchaus auch auf andere Bereiche Anwendung finden. Schon jetzt werden Stimmen laut, auch Seiten mit Glücksspielinhalten und sogenannten Killerspielen auf diese Indexliste zu setzen. Was folgt dann noch? Kritische Meinungen wie diese hier?

Von 612 Abgeordneten haben sich 535 an der Abstimmung beteiligt. 389 Abgeordnete aus den Reihen der großen Koalition von CDU/CSU und SPD haben für den Antrag gestimmt. Zwar gab es in letzter Minute noch einige Änderungen am Gesetzestext, doch trotzdem wurden die rund 135.000 Mitzeichner der größten in Deutschland stattgefundenen Petition faktisch dabei übergangen.

Das Gesetz öffnet nun weitergehender Zensuer im Internet Tür und Tor, ein schwarzer Tag für die Meinungsfreiheit in Deutschland.

Vergessen wird dabei auch eines. Der Vergewaltigung von Kindern wird dadurch leider kein Einhalt geboten, denn das was man da an Dreckszeug sieht ist Geschichte, ist bereits geschehen und läßt sich damit nicht rückgängig machen. Daher sollte man andere Maßnahmen anwenden um dies zu verhindern, aber nicht mit Zensurmethoden arbeiten.

Auf abgeordnetenwatch.de kann man übrigens sehen, wie welcher Bundestagsabgeordneter abgestimmt hat. Zudem kann man beim Klick auf den Namen, dem Abgeordneten eine Nachricht schicken, die auch öffentlich angezeigt wird und worauf er dann ebenfalls öffentlich antworten kann. Bitte dabei einen höflichen Ton verwenden, denn so wie man in den Wald reinruft kommt es auch wieder zurück.

Zugleich kann man dann auch gleich sehen, ob man von seinem Abgeordneten entsprechend vertreten wird. Am 27.09.2009 ist ja schließlich Bundestagswahl und da hat es jeder selbst in der Hand wer ab dann regiert.