Twitter hat soundsoviel Millionen User, Xing hat soviel Millionen User. Solche und ähnliche Meldungen erreichen uns fast wöchentlich. Irgendein Projekt prahlt immer mit seinen Userzahlen. Doch was sagen uns diese Userzahlen wirklich?

Nun, eigentlich nicht viel. Schaut man sich z.B. mal die 7 Millionen Xing-Mitglieder etwas genauer an, so wird man sehr viele tote Accounts finden. Accounts, die praktisch keinerlei Inhalte enthalten und deren Inhaber schon wochen-, monate- oder jahrelang nicht mehr bei Xing eingeloggt waren. Würde man diese Accounts löschen, würden wohl locker 2-3 Millionen Accounts wegfallen, ohne daß sich dies wirklich negativ auf die Aktivität der restlichen Xing-Nutzer oder auf den verbrauchten Gesamttraffic auswirken würde.

Bei Twitter sieht es nicht anders aus. Schnell mal angemeldet, vielleicht nicht sofort den Sinn erkannt und das wars dann auch schon. Leere Accounts findet man allerorten.

Auch in Foren sieht es nicht anders aus.

Hier mal ein Beispiel:

Das bekannte SEO-Forum Abakus hat mit Stand 06.07.2009 11:30 Uhr genau 23.479 registrierte Nutzer. Davon haben 8.744 Nutzer bisher keinerlei Beiträge geschrieben. Weitere 3.782 Nutzer haben gerade mal einen Beitrag verfaßt.

Das heißt, daß mindestens die Hälfte aller angemeldeten Nutzer dieses Forums inaktiv sind. Auch bei Diensten aus dem sogenannten Web 2.0-Bereich sieht es nicht wirklich besser aus. Erfahrungsgemäß verbrauchen 10 % aller Nutzer eines Dienstes rund 90 % des Traffics.

Wenn man also Angebote für Werbebuchungen bekommt oder sich mal Aktienkurse von börsennotierten Unternehmen aus dem Bereich anschaut und die Kursentwicklung nach Bekanntgabe neuer Nutzerzahlen betrachtet, sollte man immer etwas vorsichtig sein.

Was nützt es, wenn ein Dienst zwar 10 Millionen registrierte Nutzer hat, aber nur 5 oder 10 % dieser Nutzer den Dienst wirklich nutzen? Letztendlich sind es nur die 5-10 % die man z.B. mit einer Werbebotschaft wirklich erreicht und nicht die Gesamtnutzerschaft.

Ich selbst hatte mal an einem Vortrag von Ciao.com teilgenommen. Da wurde auch mit den Zahlen der angemeldeten Nutzer um sich geworfen. Die Frage wieviel der User davon wirklich aktiv sind, konnte mir die Dame nicht beantworten. Doch gerade diese Zahl sollte für die Werbetreibenden am interessantesten sein. Wer solche Zahlen nicht nennen möchte, dem sollte man als Werbetreibender mit Vorsicht begegnen.