Wann sich SEO nicht lohnt
Ja, es gibt tatsächlich Webseiten für die sich SEO nicht lohnt. Die Gründe dafür können verschieden sein. Hier möchte ich mal drauf eingehen, was die Gründe dafür sein können, daß SEOs wie ich eine Optimierungsanfrage ablehnen.
1. Das Design
Immer noch bekomme ich Anfragen von Seitenbetreibern, deren Design irgendwann 1997 rum anscheinend entstanden ist und danach nicht mehr dem Zeitgeist angepaßt wurde. Das Design ist dann gefüllt mit blinkenden Bannern, basiert auf Frames und die Schrift ist schlecht lesbar, da sie sich farblich dem Hintergrund annähert. Solche und ähnliche Faktoren lassen mich erschaudern. In dem Fall hilft dann nur ein Redesign, denn was nützt die beste Platzierung bei Google und Co, wenn die Leute gleich wieder auf das schwarze X oben rechts im Browser klicken? Dann hat man Traffic, doch er konvertiert nicht und letztendlich ist der SEO dann ja nur ein Gauner, weil man hatte sich das ja ganz anders vorgestellt.
2. Das Produkt
Ja, es kann auch am Produkt liegen, daß sich SEO nicht lohnt. Wer kauft schon einen Eimerkettenbagger online? Wer braucht einen solchen Eimerkettenbagger überhaupt? Die Handvoll Kunden die es dafür gibt, kennen die Hersteller dieser Ungetüme nur zu gut und suchen garantiert nicht im Netz danach.
Ein anderes Beispiel landete heute auf meinem Schreibtisch im Rahmen einer SEO-Anfrage. Es handelt sich dabei um eine sogenannte Schneidbox. Der Link führt zu der Webseite des Anbieters, wo sich auch ein kleiner Shop befindet. Das Produkt kann sich dort jeder ja mal gerne anschauen.
Die Schneidbox soll 139 Euro kosten. Auch hier macht es keinen Sinn Geld für SEO-Maßnahmen auszugeben. Warum nicht?
A. Das Produkt und den Produktnamen kennt niemand. Auf Begriffe wie “Schneidbox” zu optimieren würde keinen Traffic erzeugen, der zu nennenswerten Käufen führen würde.
B. Optimiert man auf einen Begriff wie “Schneidbrett” erwarten die Suchmaschinennutzer ein Produkt im einstelligen Eurobereich, aber nichts für 139 Euro. Die Abbruchrate würde auch hier also wohl bei knapp 100 % liegen.
C. Der Shop enthält nur dieses eine Produkt. Möchte ich mir aber eine gesamte Küchenausstattung kaufen, muß ich nun doch wieder auch einen weiteren Shop besuchen. Die Wahrscheinlichkeit, daß ich mir als Kunde einen Shop suche in dem ich alles auf einmal bekomme ist recht groß.
Was kann man in einem solchen Fall wie bei der Schneidbox also tun?
Hier wäre es angebracht entweder das Shopangebot deutlich mit anderen hochpreisigen Küchenutensilien auszuweiten oder zu versuchen in anderen Shops, die auch hochpreisige Küchenutensilien anbieten die Schneidbox zu platzieren.
Merke: In vielen Fällen kann SEO sehr viel bewirken, doch auch hier gilt der Spruch: “Ausnahmen haben bestätigen die Regel.”.
On Juli 8th, 2009 at 10:28 am
Es kommt drauf an, was man alles unter SEO versteht. Sicherlich sollte dieser Anbieter erstmal die Seiten alle auf eine Domain packen und nicht diesen Framemist mit verschiedenen Domains.
Also, dieser Fall erordert schon etwas kreativere Ideen, als „reines“ SEO. Einen Mischansatz sozusagen. Wenn man auch virales Marketing, Contentproduktion und Socialmedia unter SEO zusammenfasst, dann könnte man schon etwas für die Schneidbox tun. Mit dem Fokus darauf, dass man dieses (und ähnliche Produkte) unter anderen Produkten dieser Kategorie mitvermarktet.
Hier ist aber ein langer Atem notwendig, was bei solchen Produkten oft schlecht finanziert werden kann. Die Schneidbox ist eigentlich ein prima Kandidat für den Shoppingkanal.
Konkrete Idee: Ich würde damit anfangen ein Videoportal rund um das Kochen zu starten. Dort würde ich immer wieder die Schneidbox benutzen und promoten. Ein einfacher Youtube-Channel könnte schon reichen. Wenn die Köchin auch noch im Bikini kocht, dann köntte das schon was werden
(Vorausgesetzt sie hat eine Bikini-Figur)
Viele Grüße
Sasa