Das Sterben der Onlineshops
Bei Xing moderiere ich u.a. eine Gruppe zum Thema Onlineshops. Gestern nun haben wir in den Foren etwas aufgeräumt. U.a. gibt es dort ein Unterforum, wo man seinen Onlineshop präsentieren kann. Nach der gestrigen Aufräumaktion waren dort ca. 10 % weniger Threads zu sinden. Der Grund: die Shops existierten nicht mehr.
Die Links leiteten entweder ins Nirvana, auf Parkingseiten oder man konnte dort auch lesen: “Momentan wird unsere Seite aktualisiert. Wir sind ab dem 9. Februar wieder für Sie da!” Allerdings stand nicht dabei in welchem Jahr.
Immer wieder stelle ich fest, daß viele Onlineshopbetreiber denken, daß mit dem Einstellen des Shops ins Internet die Besucher (und Käufer) von alleine kommen. Auch lassen sich viele von Anbietern wie 1&1 oder Strato gerne vorgaukeln, wie einfach daß doch alles ist. Vielen Shopbetreibern fehlt jedoch ein schlüssiges Gesamtkonzept. Da gibt es dann Shops deren Warensortiment man erst NACH einer kompletten Registrierung zu Gesicht bekommt. Es gab Shops, die designtechnisch so grottenschlecht waren, daß niemand auch nur im entferntesten geglaubt hätte, daß dies ein echter Onlineshop ist und dort wohl auch nie etwas gekäuft hätte. Von den ganzen Fehlern aus SEO-Sicht möchte ich da gar nicht erst sprechen. Wie die Besucher den Shop überhaupt finden sollen, darüber machen sich die wenigsten Gedanken. Wenn er im Netz steht werden die Besucher schon kommen, denken auch heutzutage noch viele Onlineshopbetreiber. Die Ernüchterung wenn die Besucher ausbleiben kommt dann recht schnell.
Mein Tip an alle (zukünftigen) Onlineshopbetreiber. Bevor ihr mit eurem Shop startet, informiert euch genau, was es alles zu beachten gilt. Eine tolle Idee alleine ist noch kein Garant für den Erfolg eines Shops. Erstellt ein Konzept und sorgt auch dafür, daß finanziell auch ein entsprechendes Polster vorhanden ist um die ersten 6-12 Monate zu überstehen.
Alleine für die Erstellung eines Shops incl. Design sowie für das Marketing sollte man zum Start rund 6-10.000 Euro investieren, Kosten für den Wareneinkauf NICHT mitgerechnet. Je nach Umfang des Shops usw. können diese Startkosten auch durchaus höher angesiedelt sein. Wenn es wirklich so einfach wäre, wie es mancher Webspaceanbieter suggeriert, hätte Deutschland schon ne Menge Millionäre mehr.
Und noch etwas. Das nur rund 10 % der in der Gruppe vorgestellten Shops nicht mehr existieren heißt nicht, daß die anderen 90 % der Shops richtig gut laufen. Im Gegenteil: mehr als 10-20 % aller existierenden Onlineshops dürften wohl eher nicht wirklich in der Gewinnzone sein bzw. nennenswerte Umsätze machen. Wer also zu den 10-20 % der erfolgreichen Shops gehören möchte, muß sich anstrengen! Es wird einem nichts geschenkt, auch bzw. gerade nicht im Internet.
On September 7th, 2009 at 9:16 am
Entweder man bietet in seinem Webshop etwas billiger an als alle anderen oder man vertreibt ein Produkt, das sonst keiner hat. Dazwischen wird die Luft dünn.
Aufgrund von Preissuchmaschinen ist es zudem schwierig, mit guten Serviceleistungen bei den (Neu-)Kunden zu punkten.
On September 7th, 2009 at 10:09 am
Das sehe ich nicht so. Kunden sind bei Qulität und Mehrwert auch bereit mehr zu bezahlen. Wichtig ist, dass man gefunden wird ohne, dass man intensiv Recherche betreiben muss.
Es gilt hier sicherlich wie überall die 80:20 Regel, wie ja auch oben bereits angedeutet?
Woran das liegt? Eindeutig, falsche Marketing-Strategien. Klassische Werbung kostet viel Geld, Online kostet Sie einen einen Bruchteil davon. Wer hierfür keine Werbung macht kann gerne eine Nische besetzen, und wird dort dennoch vereinsamen.
Affiliate ist für Shops schon fast Pflicht, ausserdem kostenlose Werbung. Warum es immernoch so wenige machen ist mir ein Rätsel.
On September 7th, 2009 at 10:58 am
Diese Studie zum Thema ist interessant -> http://www.versandhandel.org/uploads/media/2009-07-28__bvh-Jahrespk_Charts_02.pdf
Für kleine und mittelständische Unternehmen fällt der Einstieg ins Onlinegeschäft demeentsprechend schwer. Wie Torsten bereits geschrieben hat, investiert man richtig in Shop und Onlinemarketing – oder lässt es gleich bleiben.
On September 7th, 2009 at 12:06 pm
Das sage ich auch immer allen Interessenten, Sie können die tollsten Artikel, die besten Preise haben oder gar Artikel (z.b. einen Porsche) verschenken…wenn es KEINER weiss, wird nicht mal der Porsche abgeholt. Ein gutes Marketing-Konzept, neue frische Ideen und professionale Umsetzung sind das A & O.
On September 7th, 2009 at 12:11 pm
Ich finde dieses Gequatsche von Qualität und Mehrwert blödsinnig.
Wie kann ich im Online-Handel überhaupt einen Mehrwert herstellen, der wirklich auch für den Kunden von Relevanz ist. Der Kunde will seine bestellte Ware pünktlich, zu einem vernünftigen Preis und braucht keine 0800er Service-Nr. oder ähnliches Gedöns.
Das mag vieleicht bei bestimmten Beratungsintensiven Produkten noch angehen, aber 90 % der im Internet verkauften Produkte sind nicht beratungsintensiv, weil sich diese nur sehr bedingt für den Online-Handel eignen.
On September 7th, 2009 at 12:49 pm
Moin moin,
ein Link zu der von Ihnen moderierten Gruppe fänd ich ganz hilfreich. Schließlich möchte ich meinen gut gehenden Shop dort gern vorstellen.
War, ist und wird auch keine Leiche werden, weil wir uns kümmern.
Freundlichst
Hans Blazejewski
On September 7th, 2009 at 1:18 pm
Hallo,
die Xing-Gruppe findet sich hier: https://www.xing.com/net/eshop/
On September 8th, 2009 at 8:36 am
Grundsätzlich hat Thorsten natürlich Recht und natürlich gibt es viele Leute die fasziniert sind, dass es beim Großhändler Dinge mit einem gewerbeschein günstiger gibt als im normalen Laden, dort einkaufen, mit nem Euro Aufschlag weiterverkaufen und sich wundern, dass es auf Dauer kein Geld zu verdienen gibt….
Andererseits muss man natürlich auch berücksichtigen, wie manche Shops entstehen und wer diese betreibt – und da ist das “Konzept” Mama-mit-Kind-sucht-Nebenbeschäftigung-und-Nebenverdienst oder auch Artbeitlsoser-ohne-Perspektive-will-finanziellen-Ruin-verhindern sooo unüblich wahrscheinlich nicht. Wenns aber für denjenigen taugt und was bei rumkommt – why not? Da sollte man dann nicht mit zuviel Arroganz daherkommen.
On September 8th, 2009 at 11:53 am
Bei einem Webshop soll nicht “etwas” bei rumkommen – er muss sich rentieren.
Um an einem Euro Marge zu verdienen muss man Amazon sein und 500.000 Stück durchladen.
Als Nebenbeschäftigung funktioniert das vermutlich so lange, bis die Förderung der AA ausläuft.
On September 9th, 2009 at 2:43 pm
Die Bandagen sind hart und gerade die genannten Nebenberufler und Gründer aus ALG2 haben meist das Nachsehen. In vielen Bereichen ist ja die Akquise schon so teuer, dass man draufzahlen muss.
Wer da nicht besonders helle ist, sich sehr viel Wissen aneignet und alles selber macht, der geht eben baden.