Die personalisierte Google-Suche – immer schön locker bleiben
Die neue personalisierte Google-Suche ist das Ende von SEO. “DIE” Serps gibt es nicht mehr. Solche und ähnliche Aussagen waren in den letzten Tagen häufig zu lesen.
Ich hab mich bis dato etwas zurückgehalten mit Äußerungen zu dem Thema, auch um mich erst einmal selbst schlau zu machen und mir meine eigene Meinung dazu zu bilden.
Was ist eigentlich passiert?
Google speichert ab sofort für alle User, also auch die ohne Google-Account, die bisherigen Suchabfragen in einem Webprotokoll. Das ganze wird über ein 180 Tage-Cookie gesteuert. Wenn jetzt jemand so desöfteren auf Ergebnisse von faz.net klickt bekommt er auch bei anderen Suchabfragen faz.net-Ergebnisse weit vorne angezeigt, auch wenn die da normalerweise nicht stünden.
Welche Auswirkungen wird das ganze haben?
Wahrscheinlich viel geringere Auswirkungen als von vielen befürchtet. Größere Auswirkungen sehe ich in erster Linie bei Serpsbegriffen aus dem Newsbereich. Bei Begriffen wie Bundestag, Angela Merkel usw. kann ich mir durchaus Verschiebungen vorstellen, denn der eine bevorzugt da vielleicht lieber die F.A.Z., der andere die Hamburger Morgenpost und der dritte die taz. Nach einer Weile wird google da dann schon was passendes anzeigen.
Nur welchen Sinn sollte es machen einen faz.net-Artikel (ihr merkt schon, ich bin faz.net-Leser *g*) vorne zu ranken, wenn jemand nach Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50 sucht? Derjenige will dann vermutlich eher einen Shop finden als denn irgendwelche Twitterartikel oder Zeitungsartikel. Letzteres täte nämlich durchaus dafür sorgen, daß der User es viel schwerer hat die für ihn wirklich relevanten Seiten zu finden und das ist auch nicht im Sinne von Google. Ich denke daher, daß bei den regulären Shopping-Serps die neuen Entwicklungen von Google bedeutend geringere Auswirkungen haben dürften als mancher jetzt noch befürchtet.
Letztendlich bleibt es nur abzuwarten wie sich die Sache entwickelt und wenn Google merken sollte, daß die User mit den angebotenen personalisierten Serps nicht wirklich zufrieden sind, wird Google da sicher auch recht schnell reagieren.
On Dezember 8th, 2009 at 1:51 pm
Ich denke auch das das ganze nicht so heiß gegessen wird wie es gekocht wird. Was mich interessieren würde, ob man mit Account das auch abschalten kann?
On Dezember 15th, 2009 at 6:32 pm
Sehe das ganz ähnlich. Die personalisierte Suche gibt dem User schlechtere Serps. Hoffentlich checkt das die Tante schnell.
On Dezember 18th, 2009 at 12:39 am
Ich befürchte da ziemlich krasse Veränderungen für min. 95% aller User, die weder wissen was ein Cookie ist noch was Webhistorie bedeutet.
Da kann man nur hoffen, das die Mozilla Foundation in Zukunft härtere Standard Richtlinien bzgl. dem Löschen von Cookies beim Browser schließen umsetzen.
Anderfalls sehe ich nicht, wie Otto-Normal User die manipulierten Serps loswerden soll.
Nichtmal meine Informatik-Kommilitonnen schnallen das, wie soll das da erst der Rest der browsenden Bevölkerung hinbekommen?!?
On Dezember 21st, 2009 at 2:48 pm
Sehr gut hast du alles erklärt, ich stimme dir völlig zu. danke für den schönen beitrag!
On Januar 2nd, 2010 at 6:02 am
Das kann auch anders gehen: Wenn jemand eine Sonnencreme sucht mit Lichtschutzfaktor 50, und der ein FAZ-Leser ist, dann wird google den zu einem FAZ-Artikel führen, der die Cremes vergleicht und mit entsprechender AdSense-Werbung gespickt ist. Der Kunde kommt dann zwar auch zu einem Shop, aber über einen bezahlten Klick.
On Januar 5th, 2010 at 9:24 am
@ Martin:
auf der einen Seite hoffe ich auch auf die Mozilla-Aktion bezgl der Standardisierung des Cookielöschens.
Andererseits:
1. Viele User mögen es wenn sie Dinge nicht neu eingeben müssen da sie sich an den gespeicherten Verlauf etc gewöhnt haben.
2. Keine Cookies heißt kein Tracking. Adwords, Affiliate-Werbetreibende würden es also sehr schwer haben oder man müsste auf andere Trackings setzen z.b. sessions o.ä.