Fehler bei Onlineshops
Heute bekam ich mal wieder eine SEO-Anfrage von einem Onlineshop. Der Shop enthielt so viele marketingtechnische Fehler, daß ich hier mal einige davon auseinandernehmen möchte, damit andere Shopbetreiber nicht die gleichen Fehler machen. Das ganze geschieht natürlich vollkommen anonym.
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Diesen Satz hat sicher jeder schon einmal gelesen und sich dabei gefragt: “Was soll der Mist?”. Genau, denn das ist die wohl dämlichste Begrüßung die einem entgegengeworfen werden kann. Als Internetnutzer möchte ich beim Aufsuchen eines Onlineshops mich erst einmal umschauen und dann ggf. etwas kaufen. Mich irgendwo anmelden oder gar ein Kundenkonto anlegen möchte ich aber garantiert nicht als erstes.
Wer diesen Satz noch in seinem Shop stehen hat sollte ihn schnellstens entfernen. Das sind wohl noch einige laut Google.
Aus diesem Satz läßt sich zudem schnell erkennen, daß hier XTCommerce als Shopsystem zum Einsatz kommt.
Der nächste Fehler der in dem Shop gemacht wurde war dann schon etwas ausgefallener. Ich konnte mir als Besucher alle Produkte zwar anschauen, bekam die Preise jedoch erst angezeigt wenn ich mich mit meinen Benutzerdaten zuvor eingeloggt hatte! Mal abgesehen von der juristischen Fragwürdigkeit dieser Vorgehensweise baut man damit gegenüber den potentiellen Kunden eine zusätzliche Hürde auf die nur die wenigsten wohl nehmen werden und sich so eher der Konkurrenz zuwenden. Wenn man das mal auf ein Ladengeschäft ummünzt würde das so aussehen, daß man die Preise im Aldi erst gezeigt bekommt, wenn man sich vorher mit seinem Personalausweis ausgewiesen hat.
Wie gesagt, es geht hier nicht um den Kauf selbst sondern lediglich um die Preisanzeige. Daß ich bestimmte Altersverifikationen einbauen kann bzw. in bestimmten Produktbereichen sogar muß wenn es um den Kauf geht ist das eine, aber doch noch nicht bei der reinen Preisanzeige.
Das nächste was mir auffiel war das Thema Versandkosten. Hierzu sollte ich per Mail (!) den Shopbetreiber anschreiben und nachfragen wie hoch die Versandkosten für mein Wunschprodukt sind. Dies widerspricht nicht nur den geltenden gesetzlichen Vorgaben sondern ist für den potentiellen Kunden mit zusätzlichem Aufwand verbunden. Die Absprungrate dürfte spätestens jetzt bereits bei 100 % liegen.
Ich hatte dem Shopbetreiber meine Bedenken mitgeteilt und ihm empfohlen sich juristischen Rat für seinen Shop einzuholen bevor er ihn optimieren läßt. Zurück kam eine Abwesenheitsmitteilung mit dem Hinweis auf den Betriebsurlaub des Shops.
Betriebsurlaub im Onlineshop?
Hallo, der Shop ist 24 h rund um die Uhr an jedem Tag erreichbar, da kann man doch nicht einfach so Betriebsurlaub machen! Jetzt stellt man sich das ganze mal in Verbindung mit der Versandkostenanfrage vor. Anstelle meiner Antwort was mich der Versand kosten würde, käme die Mitteilung, daß der Shop noch bis dann und dann Urlaub macht.
Wer einen Onlineshop eröffnet sollte sich klar werden, daß damit das Thema Urlaub gestorben ist bzw. daß man dafür sorgen muß, daß sich jemand während des Urlaubs vernünftig um den Shop kümmert. Man stelle sich vor Amazon schließt seinen Shop mal für zwei Wochen wegen Betriebsferien oder Inventur. Ich denk so mancher Onlineshopbetreiber ist noch nicht im Internet richtig angekommen und will vieles aus dem Offlinebereich einfach 1 zu 1 in die Internetwelt übernehmen. Das geht aber in ca. 100 % der Fälle schief.
Liebe Onlineshopbetreiber bitte versetzt euch bei allem was ihr tut auch mal in eure Kunden. In 99 % aller Fälle seid ihr nicht die einzigen die ein bestimmtes Produkt anbieten. Es gibt immer noch andere Mitbewerber in eurem Segment und wenn ihr erfolgreicher werden wollt als die Mitbewerber, dann müßt ihr einfach besser sein als diese.
Je geringer die Hürden für ihre Shopbesucher sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit daß aus den Besuchern auch zufriedene Kunden werden.
On Januar 3rd, 2010 at 9:55 am
Sehr schöne Zusammenfassung.
Ich habe erst gestern einen ähnlichen Fall von Versandkosten gesehen. Ich wollte für unsere Hunde Dummys zum Trainieren kaufen und bin durch einen Tipp unserer Tierärztin auf felldummy.de gekommen. Dort findet man folgenden Hinweis:
“Sollte ein höhres Porto fällig sein, als die automatisch berechneten 4,50 Euro wird die per Mail innerhalb von 24 h nachträglich bekannt gegeben.”
Die Produkte sind wirklich klasse und die Preise sind auch unschlagbar. Trotzdem habe ich dort nicht gekauft – trotz Empfehlung unserer Tierärztin ….
On Januar 10th, 2010 at 12:13 pm
Extrem oft fehlt generell das Bewusstsein dafür, dass man’s den Besuchern so einfach wie möglich machen muss. Wenn eine Hürde angesprochen wird, heißt es oft, das sei ja wohl für den Besucher verkraftbar.
Oft wäre es das auch – wenn der Besucher bzw. potentielle Kunde darauf Lust hätte und nicht mit wenigen Klicks bei der Konkurrenz das gleiche Produkt komfortabler bestellen könnte. Das ist ja in etwa auch das, was du oben schreibst.
On Januar 10th, 2010 at 8:51 pm
Tja,
viele Online-Shops haben leider noch nicht begriffen, dass die Steigerung von Besucherzahlen allein nicht wirklich etwas bringt. Statt in die Usability zu investieren um die CR zu erhöhen, werden die Euros für teure SEM-Maßnahmen etc. ausgegeben.
On Januar 16th, 2010 at 10:46 am
Bei dem Thema Urlaub bin ich nicht so sicher. Wenn man zu dem Online Shop auch ein Ladengeschäft führt, kann man durchaus eine Zeit Urlaub machen.
On Februar 16th, 2010 at 1:52 pm
Also ich betreibe meinen Onlineshop seit über 6 Jahren und das durchaus erfolgreich. Urlaub gönne ich mir 4 – 6 x im Jahr.
Morgen gehts für 4 Tage in Skiurlaub:-). *freu*
Ich bin allerdings auch während meiner Urlaubszeit jederzeit für meine Kunden erreichbar. Für was gibt es Handy mit Mailbox, Netbook, W-Lan und Co? Meine Kunden können wenn ich im Urlaub bin wählen zwischen 5 % Urlaubsrabatt oder schnelle Lieferung, dann wird die Ware über meine Hersteller versendet. Versandkosten habe ich abgeschafft (ausser Ausland und die sind pauschal geregelt) ebenso wie das lästige Kundenkonto und andere nervige Module die keiner benötigt.
lg dani
On September 27th, 2010 at 4:36 pm
Ja das sind allerdings gravierende Fehler der Onlineshopbetreiber. Aber so ist das mit neuen Trends, da will jeder mal mitspielen und spielen geht im Geschäft immer schief. Ne ganz gute Lösung ist das Dropshipping verfahren, dabei können sich die Shopbetreiber auf das konzentriern, was sie am besten können.