Februar 2010
Monatsarchiv
23 Feb 2010 . Gespeichert unter
Suchmaschinenoptimierung.
Letzte Woche klingelte mein Telefon. Ein Shopbetreiber rief an. Vor einigen Wochen hatte er seine Shopsoftware updaten lassen und seitdem ging es mit dem Umsatz rapide bergab. Genau genommen hatte er in den letzten fünf Wochen rund 100.000 Euro Umsatzrückgang zu verzeichnen.
Normalerweise ist ein normales Update eines CMS oder Onlineshops relativ harmlos und hat keinerlei nennenswerte Auswirkungen auf das Ranking einer Webseite. Daher war ich auch zuerst skeptisch ob es wirklich daran lag. Da das Update der Software bereits rund sechs Wochen zurücklag war es natürlich recht schwer das vorherige Ranking des Shops nachzuvollziehen. Also wurden zuerst einmal Standarddinge wie robots.txt geprüft. Da keine robots.txt vorhanden war konnte selbige auch nicht falsch konfiguriert sein, auch sonst stand überall im
-Bereich der Seite “index,follow”.
Auich die Description war zum großen Teil vernünftig konfiguriert, sodaß von dort aus auch keine Gefahr für duplicate Content ausging.
Also machte ich mich an eine Siteabfrage und kämpfte mich von Seite zu Seite. Wie es der Zufall wollte fand ich irgendwo noch eine Produktunterseite die einen alten Google-Cache besaß. Dabei fiel mir auf, daß dort ein anderer Title-Tag angezeigt wurde. Ein Vergleich mit der aktuellen Seite bestätigte meine Vermutung.
Vor dem Update war der Title-Tag nach dem Muster
Produktbezeichnung – Domainname
aufgebaut.
Nach dem Update war er nach dem Muster
Domainname – Produktbezeichnung
konfiguriert worden.
Da Google mehrere zehntausend Seiten indexiert hatte, wurde dann hier von internem duplicate Content ausgegangen, was zu einer Abstufung in den Rankings um ca. 10 – 25 Plätzen führte. Das Ergebnis hab ich ja oben bereits angedeutet. Zwar waren noch paar andere Kleinigkeiten vorhanden, aber diese Title-Tag-Geschichte stellte nach meinem Dafürhalten den größten Einzelposten dar.
Inzwischen wurden die Title-Tags entsprechend umgestellt und nun heißt es für den Shopbetreiber warten wie schnell Google davon Wind bekommt und die Serps entsprechend anpaßt. Meine Aufwand belief sich dabei auf ca. 25 Minuten Telefongespräch und ca. 15 Minuten Fehlersuche. Der Aufwand die entsprechenden Änderungen vorzunehmen dürfte für die betreuende Agentur bei weniger als 15 Minuten gelegen haben. Alles in allem also eine Stunde Arbeit die aber für den Shopbetreiber jetzt gravierende positive Auswirkungen haben wird, sobald Google alles aktualisiert hat.
Liebe Onlineshopbetreiber!
Bevor ihr also irgendwelche Updates macht, macht ruhig mal ein paar Screenshots von Produktunterseiten und/oder speichert euch den Quellcode einer Produktunterseite separat ab. Dann habt ihr hinterher eine entsprechende Vergleichsgrundlage ob alles noch so konfiguriert ist wie es zuvor war. Nach dem Update dann gleich abgleichen ob alles noch so ist wie es vorher war in Bezug auf Title-Tags, Description und URL-Struktur und ansonsten gleich korrigieren.
16 Feb 2010 . Gespeichert unter
Twitter.
Gestern um 24 Uhr endete mein erstes großes Twittergewinnspiel. Insgesamt 301 gültige Tweets wurden erfaßt, die Mehrheit davon kam von neuen Followern.
Wie versprochen möchte ich das Gewinnspiel auch öffentlich statistisch asuwerten. Eingehen möchte ich dabei auf die Geschlechterverteilung, die Zahl der Follower, Friends und Tweets der Teilnehmer und auch auf die Etnwicklung meiner eigenen Followerzahlen. Das ganze geschieht in anonymisierter Form. Nebenbei möchte ich das ganze auch mit anderen Twittergewinnspielen vergleichen die in letzter Zeit stattfanden und für Aufmerksamkeit sorgten.
Geschlechterverteilung der Gewinnspielteilnehmer:
- 301 Gesamt
- 121 männlich
- 100 weiblich
- 80 nicht zuzuordnen
Followerverteilung der Gewinnspielteilnehmer:
- 101 Teilnehmer mit 0 – 50 Followern
- 67 Teilnehmer mit 51 – 100 Followern
- 78 Teilnehmer mit 101 – 250 Followern
- 30 Teilnehmer mit 251 – 500 Followern
- 16 Teilnehmer mit 501 – 1000 Followern
- 3 Teilnehmer mit 1000 – 2500 Followern
- 6 Teilnehmer mit mehr als 2500 Followern
Teilnehmer folgen anderen Twitterusern:
- 53 Teilnehmer folgen 0 – 50 Twitterusern
- 70 Teilnehmer folgen 51 – 100 Twitterusern
- 106 Teilnehmer folgen 101 – 250 Twitterusern
- 48 Teilnehmer folgen 251 – 500 Twitterusern
- 11 Teilnehmer folgen 501 – 1000 Twitterusern
- 7 Teilnehmer folgen 1001 – 2500 Twitterusern
- 6 Teilnehmer folgen mehr als 2500 Twitterusern
Zahl der Tweets der Teilnehmer:
- 28 Teilnehmer mit 1 – 50 Tweets
- 32 Teilnehmer mit 51 – 100 Tweets
- 52 Teilnehmer mit 101 – 250 Tweets
- 62 Teilnehmer mit 251 – 500 Tweets
- 50 Teilnehmer mit 501 – 1000 Tweets
- 43 Teilnehmer mit 1001 – 2500 Tweets
- 17 Teilnehmer mit 2501 – 5000 Tweets
- 12 Teilnehmer mit mehr als 5000 Tweets
- 5 Teilnehmer mit gesperrten Tweets – keine Auszählung möglich
Interessant wird diese Auswertung aber erst so richtig in vier Wochen. Dann wird nämlich ausgewertet, wie sich die o.g. Zahlen verändert haben und wer von den Teilnehmern mir dann noch folgt.
Wenn man zudem davon ausgeht, daß die Geschlechterverteilung der nicht zu identifizierenden Twitteraccounts weitestgehend analog zu den identifizierten Accounts ist, so kann man von einer Verteilung von 55 % männlich zu 45 % weiblich ausgehen. Wichtig ist dabei sicherlich, daß es sich bei dem Gewinn um einen Preis handelte der für beide Geschlechter gleichermaßen interessant ist. Wäre es hier z.B. um Herrenparfüm oder Damenhandtaschen gegangen hätte sich die Verteilung der Geschlechter sicherlich anders verhalten.
Auffälligkeiten beim Gewinnspiel
Wie wohl bei fast jedem Gewinnspiel versuchten auch hier einige Leute ihre Chancen zu erhöhen. Dies geschah zum einen durch mehrfaches tweeten des vorgeschriebenen Tweets, wobei nur einer davon dann in die Wertung einfloß. Einige nahmen gleich mit mehreren Accounts gleichzeitig teil. Dies läßt sich ganz gut nachvollziehen, wenn plötzlich mehrere Teilnahmetweets gleichzeitig ausgehen und alle vom gleichen Twitterttol (z.B. Tweetdeck) abgeschickt wurden.
Laufzeit des Gewinnspiels:
Das Gewinnspiel lief einen Monat. Am Anfang hatte ich zwar Bedenken, daß die Laufzeit zu lang gewählt war, doch haben sich diese Bedenken nicht bestätigt. Die meisten Teilnehmer nahmen in den ersten 48 h nach Stgart des Gewinnspiels teil. Danach flachte der Teilnehmerzuwachs rapide ab und erst in den letzten 72 h vor Beendigung des Gewinnspiels nahm die Teilnehmeraktivität wieder merklich zu.

Während der Laufzeit meines Gewinnspiels endeten zwei interessante Gewinnspiele. Eines davon hat @regman_gmbh organisiert, das andere @discount24_de.
Die nachfolgenden Screenshots zeigen deutlich wie sich die Twitterzahlen der beiden Accounts nach Beendigung des jeweiligen Gewinnspiels entwickelt haben.


Deutlich ist zu erkennen, daß es bei dem Account von @discount24_de einen sehr starken Anstieg im Laufe des Gewinnspiels gab, das über drei Tage lief. Nur relativ wenige Follower kehrten dem Account in den ersten Tagen nach Beendigung des Gewinnspiels den Rücken. Nach meinen Zählungen, die der Screenshot nur teilweise widerspiegelt, haben ca. 60 Follower den Account von @discount24_de wieder entfollowt. Bei @discount24_de gab es übrigens an drei aufeinanderfolgenden Tagen je ein HP Netbook zu gewinnen.
Anders sieht es beim Account von @regman_gmbh aus. Hier ist ein rapider Followerverlust zu erkennen. Zu gewinnen gab es hier ein nagelneues iPad.
Was ist aus diesen Vergleichen zu schließen?
Die Gewinnspielteilnehmer beobachten recht genau den Account des Gewinnspielveranstalters und was, abgesehen von den Gewinnspieltweets selbst, sonst noch so getwittert wird. Halten sie dies für sich für interessant, dann bleiben sie dem Account auch nach Beendigung des Gewinnspiels weitestgehend treu. Es ist also für Gewinnspielveranstalter auch bei Twitter wichtig und nützlich regelmäßig Beiträge zu twittern die auch für die Gewinnspielteilnehmer so interessant sind, daß sie den Account nach Gewinnspielbeendigung weiter im Auge behalten wollen.
Lohnen sich Twittergewinnspiele?
Diese Frage stellen sich sicher die meisten die sich mit Social Media Marketing beschäftigen. Eine pauschale Aussage kann man hier jetzt aber nicht treffen, zumal das Gewinnspiel erst heute zu Ende ging. Die Auswertung was es mir letztendlich gebracht hat wird aber definitiv weiter gehen und so werde ich im Abstand von ein Monat jetzt also jeweils Mitte März und Mitte April diese Auswertung wiederholen. Erst dann kann man Aussagen treffen ob und was es gebracht hat.
Sicherlich hängt es von vielen Faktoren ab ob sich ein Gewinnspiel für den Veranstalter lohnt. Dies hängt natürlich auch davon ab welche Zielgruppe angesprochen werden soll. Ein Veranstalter von Seniorenreisen wird sicher weniger Erfolg haben durch die Nutzung von Twitter und dem Einsatz von Twittergewinnspielen wie ein Onlineshop a la Discount24. Auch die Tatsache wie stark man mit seinen Followern kommuniziert, ihre Fragen beantwortet, deren Tweets retweet usw. spielt da sicher eine große Rolle.
Letztendlich hängt es immer vom Einzelfall ab, doch können diese Auswertungen hier sicher einen Ansatz bieten sich mit der Thematik etwas näher zu beschäftigen.
9 Feb 2010 . Gespeichert unter
Suchmaschinenoptimierung.
Artikelverzeichnisse sind scheiße, so oder ähnlich liest man es immer wieder in den einschlägigen SEO-Blogs und Foren.
Was ist da aber nun wirklich dran? Mit diesem Beitrag möchte ich der Sache mal auf den Grund gehen.
Artikelverzeichnisse bringen nichts fürs Ranking
Ein Link ist ein Link ist ein Link… Grundsätzlich können solche Links erstmal nicht schaden. Zur Zeit beobachte ich bei einigen Keywords, daß in den Serps bei Google Ergebnisse von Artikelverzeichnissen (wieder) recht weit vorne auftauchen. Bei einem Keyword aus dem Finanzbereich fand ich auf Seite 2 bereits zwei Einträge aus Artikelverzeichnissen. Wenn also die Artikelverzeichnisse selbst so weit vorne ranken, wieso sollen die Links dann nichts für das Ranking bringen?
Artikelverzeichnisse werden häufig abgestraft und sind dann wertlos
Quark mit Soße. Zwar bestraft Google sehr viele Artikelverzeichnis durch den Entzug der grünen Pagerankanzeige in der Toolbar, aber das trifft auch auf die beiden oben erwähnten Artikelverzeichnisse zu und dennoch ranken die wie bereits erwähnt. Ganz wertlos können sie also doch nicht sein, oder?
Wer Artikelverzeichnisse nutzt wird abgestraft
Es gibt viele Gründe warum Google meint eine Webseite abstrafen zu müssen. Aber ganz ehrlich, wenn google alle Seiten abstraft nur weil sie Links aus Artikelverzeichnissen haben, dann wäre dies eine einfache Möglichkeit die Mitbewerber aus dem Weg zu räumen. Ob ich dann vielleicht lieber AV-Links auf die Seiten der Mitbewerber meiner Kunden setzen sollte und die dann so aus dem Weg kicke?
Wer bisher mitgelesen hat wird feststellen, daß solche Pauschalaussagen wie in vielen Blogs oder Foren verkündet so nicht ganz stimmen.
Fakt ist natürlich, daß in den seltensten Fällen die Artikelverzeichnisse bei solchen Hammerkeys wie “DSL”, “Handy” oder “Kredit” vorne zu finden sein werden, aber nicht jeder optimiert halt auf solche Hammerkeys. In Nischenbereichen sieht das dagegen schon ganz anders aus.
Wunder sollte man also nicht erwarten, aber ganz verteufeln sollte man die Artikelverzeichnisse auch nicht.
3 Feb 2010 . Gespeichert unter
Suchmaschinenoptimierung.
In letzter Zeit häufen sich die kostenpflichtigen SEO-Suiten die den (Möchtegern)-SEOs klar machen wollen, daß man mit ihren Hilfe ganz schnell ganz vorne steht. Da werden dann schon mal Preise im vierstelligen Eurobereich fällig, pro Monat versteht sich.
Was ist von solchen SEO-Tools zu halten?
Nichts. Der einzige der dran verdient an solchen Tools ist der Betreiber der sogenannten SEO-Suiten und das sogar doppelt. Diese Tools sind keine Programme die man sich einmalig kauft und dann auf dem heimischen Rechner installiert, sondern es handelt sich dabei lediglich um einen Zugang zu einem Tool das auf dem Server des Herstellers installiert ist. Das wiederum bedeutet, daß sämtliche Eingaben die man selbst dort tätigt, also z.B. die betreuten Kundenprojekte, für den Hersteller der Software einsehbar sind. Und wer stellt solche Software eigentlich her? Genau, Firmen die größtenteils auch selbst SEO für Kunden anbieten. Ein Schelm wer böses dabei denkt….
Was können diese Tools?
Alles, aber kein SEO. SEO basiert zu einem ganz großen Teil auf zwei Pfeilern die mir kein noch so tolles Tool ersetzen kann: Erfahrung und Bauchgefühl. Beides muß man sich erarbeiten. Wenn ich heute eine SEO-Anfrage bekomme, dann weiß ich nach spätestens 15 Minuten ob die gewünschten Ziele realistisch erreichbar sind in einem angemessenen Zeitrahmen oder auch nicht und wie groß der Aufwand dafür sein wird. Ein Blick wie die Seite onsitemäßig aufgebaut ist, eine Site-Abfrage bei Google, ein Blick auf die bereits vorhandenen Links und die aktuellen Rankingpositionen und ein kurzer Blick wer sich so auf Seite 1 bei den jeweiligen Keys rumtreibt. Der Rest ist dann ein reines Bauchgefühl und in 99 % der Fälle lag ich damit bisher immer richtig.
Viele der durch die Tools ausgeworfenen Statistiken und Grafiken mögen unerfahrene Kunden vielleicht begeistern, aber die Aussagekraft auf die Frage ob und in welchem Zeitrahmen die gewünschten Ziele erreichbar sind sagen sie auch nicht aus.
Fazit: Man kann auch ohne diese ganzen kostenpflichtigen Tools erfolgreich SEO betreiben, auch bei Highend-Keywords! Wichtig ist nur, daß man die entsprechende Erfahrung besitzt und die kann nunmal keine noch so teure Software ersetzen. Das eingesparte Geld nehm ich lieber und schaffe noch einen zusätzlichen Arbeitsplatz wenn ich Bedarf habe. Da tu ich dann noch etwas Gutes mit.