Suchmaschinenoptimierung


Erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung – was ist das eigentlich? Wann kann man die Suchmaschinenoptimierung als erfolgreich bezeichnen?

Häufig bekommt man dann Antworten wie: “..erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung ist wenn man ganz vorne steht…”. Doch ist es das wirklich alleine?

Ich sage nein, zu einer erfolgreichen Suchmaschinenoptimierung gehört viel mehr, es geht darum bei den richtigen Keywords vorne zu stehen. Ich möchte hier mal ein Beispiel nennen.

Keyword “dsl info”.

Mehr als 7 Millionen Ergebnisse meint Google in seinen Datenbank für diese Keywordkombi zu finden. Einige Zeit rankte ich mit einem ehemaligen Projekt von mir dort auf Platz 1. Der eine odere andere wird jetzt sagen: toll, Platz 1 für eine Platzierung bei so vielen Ergebnissen.

Was hat es mir gebracht? Nun, ca. 10-12 Besucher am Tag. Ist das wirklich eine erfolgreiche Suchmaschinenoptimierung gewesen?

Ich sage NEIN, denn es kam wie gesagt kein signifikanter Traffic dabei rüber. Deshalb gehört es auch immer dazu vorab zu prüfen über welche Keywords wirklich Traffic zu generieren ist, aus dem man dann neue Kunden, Werbeeinnahmen usw. generieren kann. Da kann es dann auch mal Sinn machen auf ein Keyword mit nur einigen hundert Ergebnissen zu optimieren. Viele Ergebnisse bei Google bedeuten nicht immer auch viel Traffic.

Also nicht gleich in Ehrfurcht erstarren, wenn jemand euch eine Top10-Platzierung bei mehreren Millionen Suchergebnissen zeigt, es muß nicht immer Erfolg oder Kompetenz bedeuten.

Die neue personalisierte Google-Suche ist das Ende von SEO. “DIE” Serps gibt es nicht mehr. Solche und ähnliche Aussagen waren in den letzten Tagen häufig zu lesen.

Ich hab mich bis dato etwas zurückgehalten mit Äußerungen zu dem Thema, auch um mich erst einmal selbst schlau zu machen und mir meine eigene Meinung dazu zu bilden.

Was ist eigentlich passiert?

Google speichert ab sofort für alle User, also auch die ohne Google-Account, die bisherigen Suchabfragen in einem Webprotokoll. Das ganze wird über ein 180 Tage-Cookie gesteuert. Wenn jetzt jemand so desöfteren auf Ergebnisse von faz.net klickt bekommt er auch bei anderen Suchabfragen faz.net-Ergebnisse weit vorne angezeigt, auch wenn die da normalerweise nicht stünden.

Welche Auswirkungen wird das ganze haben?

Wahrscheinlich viel geringere Auswirkungen als von vielen befürchtet. Größere Auswirkungen sehe ich in erster Linie bei Serpsbegriffen aus dem Newsbereich. Bei Begriffen wie Bundestag, Angela Merkel usw. kann ich mir durchaus Verschiebungen vorstellen, denn der eine bevorzugt da vielleicht lieber die F.A.Z., der andere die Hamburger Morgenpost und der dritte die taz. Nach einer Weile wird google da dann schon was passendes anzeigen.

Nur welchen Sinn sollte es machen einen faz.net-Artikel (ihr merkt schon, ich bin faz.net-Leser *g*) vorne zu ranken, wenn jemand nach Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50 sucht? Derjenige will dann vermutlich eher einen Shop finden als denn irgendwelche Twitterartikel oder Zeitungsartikel. Letzteres täte nämlich durchaus dafür sorgen, daß der User es viel schwerer hat die für ihn wirklich relevanten Seiten zu finden und das ist auch nicht im Sinne von Google. Ich denke daher, daß bei den regulären Shopping-Serps die neuen Entwicklungen von Google bedeutend geringere Auswirkungen haben dürften als mancher jetzt noch befürchtet.

Letztendlich bleibt es nur abzuwarten wie sich die Sache entwickelt und wenn Google merken sollte, daß die User mit den angebotenen personalisierten Serps nicht wirklich zufrieden sind, wird Google da sicher auch recht schnell reagieren.

Früher zählte ich auch zu denen die versuchten via Linktausch viele Links zu bekommen. In den letzten Jahren hat sich das drastisch geändert, die meisten Linktauschanfragen die ich per Mail erhalte werden gleich ungelesen auf dem Server gelöscht. Wenn ich tausche, dann nur noch mit einzelnen Leuten denen ich auch vertrauen kann und nicht mit jedem dahergelaufenen Webmaster.

Was ist nachteilig am Linktausch?

Eine ganze Menge. Zuerst einmal beginnt alles mit den Verhandlungen mit dem anderen Webmaster. Auf welche Seite kommt der Link, wo soll man selbst einen setzen usw. Dazu kommt, daß man niemandem trauen kann, sprich man muß überwachen ob der Link da auch bleibt oder irgendwann einfach gelöscht wird. Ich selbst führe für so etwas keine Statistiken, denn früher konnte man sich auf seine Linkpartner verlassen. Heute sieht das anders aus.

Wichtig ist natürlich auch, daß man selbst nichts bekommt ohne etwas zu geben. Das ist natürlich auch nachteilig.

Ich selbst bin daher längst weg vom Linktausch. Es gibt im Netz genügend Quellen wo man Links herbekommen kann ohne auch nur etwas dafür geben zu müssen. Wenn ich nur mal schaue, daß alleine in den letzten Tagen ca. 100 neue Backlinkquellen sich mir aufgetan haben für die ich nichts geben muß, da stellt sich mir die Frage warum ich da noch Linktausch machen soll? Die Linktauschpartner muß man ja auch erstmal suchen und wer das in Foren wie webmasterpark oder abakus macht, bekommt immer nur Links aus der gleichen Webseitenbrühe. Ich bevorzuge da eher Linkquellen die andere nicht nutzen, denn es geht nicht darum gleichzuziehen mit der Konkurrenz sondern besser zu sein als die Konkurrenz. Das kann man nur, wenn man bessere Links hat und die bekommt man selten durch normalen Linktausch.

Während ich diesen Post schreibe gingen schon wieder zwei Anfragen bei mir, eine davon von der Agentur die die Webseite der “Bank of Scotland” betreut. Ich hab auch diese beiden Anfragen ungelesen gelöscht, denn ich glaub mal nicht, daß man mir im Gegenzug einen Startseitenlink von der Bank of Scotland-Webseite angeboten hätte. *schmunzel*

Mein Fazit: Linktausch nur in Ausnahmefällen und mit Webmastern die man kennt. Ansonsten gibt es im Internet unzählige Linkmöglichkeiten, wo man keinen Link zurückgeben muß. Da kann man sich den Aufwand der beim Linktausch entsteht auch einfach sparen.

Inzwischen hat es sich ja sicher bereits rumgesprochen – die Anzeige des Pageranks in den google Webmastertools ist verschwunden. Wenn man den umherschwirrenden Nachrichten Glauben schenken darf wird es wohl nur noch eine Frage der Zeit sein bis auch die Google Toolbar dieser Anzeige beraubt wird.

Was heißt das nun für die Suchmaschinenoptimierung?

Nichts. Es ändert sich nichts. Alles bleibt wie es ist. Naja, nicht ganz. Die Linkverkäufer brauchen neue Grundlagen auf denen sie ihre Preise berechnen. Entspannung auch bei irgendwelchen Linktauschverhandlungen, kein “meine Seite hat aber PR4 und deine nur PR 2″ mehr.

Als vor längerem die Pagerankanzeige mal für paar Tage ausfiel herrschte schon tiefes Chaos in der Szene und auch jetzt glaub ich, daß dann bei einigen das große Geschrei losgehen wird. Ich selbst denke da eher an meine Anfangszeit im Web zurück, als ich mit dem Begriff “Suchmaschinenoptimierung” noch gar nichts anfangen konnte.

Auf meiner Privatenseite hab ich alle möglichen Freunde und Bekannte verlinkt udn wurde auch aus Gästebüchern, Linklisten usw. verlinkt. Als ich dann irgendwann mal was vom Pagerank hörte und mir die Toolbar installierte sah ich, daß meine Seite einen PR 3 hatte.

Webmaster und SEOs sollten sich also dran gewöhnen in Zukunft mehr auf das zu achten was wirklich wichtig ist: der Inhalt der eigenen Webseite und der Tauschseite. Dann stellt man sich nicht mehr die Frage welchen PR die andere Seite hat, sondern ob die zu verlinkende Seite wirklich einen Mehrwert für die eigenen Besucher bietet und darum soll es bei einer Verlinkung ja gehen.

Aus dieser Sicht betrachtet wäre die Abschaffung der Pagerankanzeige kein Rückschritt sondern eher als Fortschritt anzusehen.

In der aktuellen Ausgabe der “Internet World Business” geht es um unzufriedene Kunden von SEO-Agenturen. Ich denke mal, es gibt keinen SEO der nicht schon einen enttäuschten Kunden hatte und auch ich hatte Kunden die schon nach kurzer Zeit den Vertrag kündigten “weil sie ja immer noch nicht vorne stehen”.

Viele Kunden können nicht nachvollziehen, daß Suchmaschinenoptimierung etwas ist, was Zeit und viel Geduld erfordert. Dann kann es schon mal vorkommen, daß man in den ersten drei bis sechs Monaten keinen wirklichen starken Besucher- oder Rankinganstieg bemerkt, denn es gibt nunmal Themenbereich wo der Konkurrenzkampf aueßerordentlich stark ist oder Webseiten die technisch auf einem Stand sind, daß es schon mal längere Zeit dauert, bis alle technischen Probleme gelöst sind. Ich selbst hab gerade einen Kunden dessen Onpageoptimierung zur Zeit von mir nicht gemacht werden kann, weil mir sein Typo3 den Login verweigert. Das schlägt sich dann auch nieder in den Ergebnissen.

Dann kommen natürlich noch die Kunden, die nur 200-300 Euro ausgeben wollen im Monat und dafür dann aber die Erwartungshaltung haben, daß sie mit ihrem Investment plötzlich 5.000 Euro oder mehr im Monat verdienen.

Ich kann nach einem Telefonat mit einem potentiellen Kunden schon fast hellseherisch voraussagen ob es zu einem Auftrag kommt, oder ob der Kunde nach kurzer Zeit abspringen wird usw.

SEO ist vielfach eine Geduldssache. Da sind nicht nur mal irgendwo drei Knöpfe zu drücken und schon steht die Seite vorne. Wenn z.B. in einem Onlineshop bei 200 Produkten die als duplicate Content vorhandene Produktbeschreibung ersetzt werden soll, dann gehört da viel Fleißarbeit dazu, die auch eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt und auch entsprechend Geld kostet.

Ich denk mal, wenn man die unzufriedenen SEO-Kunden genauer analysieren würde, würde man häufig auf Faktoren wie überzogene Erwartungen, zu geringes Budget und zu wenig Geduld stoßen.

Je kleiner das Budget, desto geringer die kreativen Möglichkeiten die ein Suchmaschinenoptimierer freisetzen kann. Man kann kein Gewinnspiel mit Preisen im Wert von 1.000 Euro ausloben, wenn man nur ein 300 Euro-Budget zur Verfügung hat. Man kann auch niemanden bei so einem Budget tagelang nur dran setzen neue Linkquellen zu analysieren für diesen Kunden.

Ich denk mal, das wichtigste ist, daß man den Kunden von Anfang an klar macht, daß sie gerade auch bei recht kleinen Budgets keine Wunder erwarten dürfen. Vielleicht springen viele dann gleich vorher, aber mit denen die das akzeptieren hat man als SEO dann keine Sorgen, daß sie unzufrieden mit den Ergebnissen sind.

« Vorherige SeiteNächste Seite »