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Staßfurt


Staßfurt ist meine Heimatstadt, deshalb möchte ich Staßfurt hier einmal etwas näher vorstellen.

Staßfurt wurde um 805/806 erstmals urkundlich durch Kaiser Karl den Großen erwähnt. Im Jahre 1180 erhielt Staßfurt das Stadtrecht verliehen. 1278 wurde das Schloß Staßfurt vom brandenburgischen Markgrafen Otto mit dem Pfeil belagert, der dabei durch einen Pfeil verletzt wurde. Im 15. Jahrhundert wurde die Befestigung der Stadt Staßfurt weiter ausgebaut. Es entstand die Stadmauer sowie mehrere Rondelle und Wehrtürme. 1564 wurde in staßfurt ein Hexenprozess abgehalten. 1603 beschrieb Johannes Thölde in seiner Haligraphia erstmalig das Staßfurter Salzwerk. Während des 30jährigen Krieges wurde Staßfurt ab 1625 mehrmals wechselnd besetzt. Graf Johann von Tilly, seines Zeichens kaiserlicher Feldmarschall, nimmt mehrmals im heutigen Salzlandtheater Quartier. Unt Markgraf Friedrich Wilhelm von Brandenburg wird Staßfurt im Jahre 1680 Brandenburg-Preußen zugeschlagen. Im Januar 1852 wurde in Staßfurt der erste Kalischacht der Welt getäuft. Staßfurt sollte durch den Kalibergbau nun zu einer der damals reichsten Städte Deutschlands werden und damit sogar die Hansestadt Hamburg überflügeln. Leider ist von diesem Reichtum nichts für das heutige Staßfurt übrig geblieben. Mit der Einweihung der Eisenbahnstrecke Schönebeck-Salzelmen - Staßfurt im Mai 1857 wurde Staßfurt an das Eisenbahnnetz angeschlossen. 1866 erfolgte die Fortführung der Strecke bis ins anhaltinische Güsten. Die Industriealisierung von Staßfurt nimmt in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts stetig zu. 1861 entsteht die erste Chemische Fabrik in Staßfurt, zwei Jahre darauf erfolgt die Gründung des Maschinenbauunternehmens Sauerbrey AG, der heutigen Chemieanlagenbau Staßfurt AG. Am 01.01.1873 wird die zu Anhalt gehörende Gemeinde Leopoldshall gegründet, die direkt an Staßfurt grenzt. Leopoldshall erhält 1919 das Stadtrecht, wird dann aber 1946 in Staßfurt eingemeindet. Im Ausweis meines Vaters steht als Geburtsort noch Leopoldshall. Im April 1900 erhielt Staßfurt, begründet durch seinen Reichtum durch den Kalibergbau, seine eigene Straßenbahn. Der Betrieb der Staßfurter Straßenbahn wurde Ende 1957 eingestellt und von Bussen übernommen. Im Mai 1929 eröffnete der Leopoldshaller Bürgermeister Max Eggert das Leopoldshaller Freibad. Es ist das einzigste Natursolefreibad in Mitteleuropa und wird in den Sommermonaten auch heute noch gerne von den Staßfurtern genutzt. Im Jahre 1957 wurden in Staßfurt die ersten Fernsehgeräte hergestellt. Später war das Fernsehgerätewerk Staßfurt DDR-Weit der einzigste Hersteller von Farbfernsehgeräten. Am 31.12.1972 wurde die Schachtanlage VI in Staßfurt geschlossen. Damit endete der Kalibergbau in und um Staßfurt, der der Stadt einsmals zu großem Reichtum verholfen hat. Anläßlich des 800jährigen Jubiläums der Verleihung des Stadtrechts an Staßfurt fand das erste Staßfurter Salzlandfest statt. Seitdem findet dieses Stadtfest alljährlich im Frühsommer statt. Die Wende hat der Stadt einen Wegzug von hauptsächlich jungen Leuten gebracht, da die beiden größten Arbeitgeber in Staßfurt, das Fernsehgerätewerk und der Chemieanlagenbau, ihre Belegschaft rapide verkleinerten bzw. ganz schlossen. Staßfurt schrumpft daher immer mehr zusammen. Zwischenzeitlich hat man mit der Sanierung der Altstadt begonnen, doch die hohe Arbeitslosigkeit und die Lage abseits der Touristenströme lassen Staßfurt bis dato vergeblich auf einen wirtschaftlichen Aufschwung warten.

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