Altersvorsorge: Geldanlage an der Börse richtig gehandhabt

In Zeiten von fast nicht mehr existenten Guthabenzinsen, stellt sich der eine oder andere (hoffentlich!) die Frage, wie er sein Geld dennoch vermehren kann.

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Grundsätzlich sollte man hier erst einmal unterscheiden zwischen kurzfristigen Spekulationsgewinnen und langfristiger Anlage als Schwerpunkt der Altersvorsorge.

Geldanlage an der Börse zur Altersvorsorge

Die wichtigste Börsenregel hat mal Warren Buffett aufgestellt: „Kaufe nur Dinge, die du auch verstehst.“ Dem ist nichts hinzuzufügen. Man sollte sich vorher mit dem jeweiligen Wertpapier intensiv auseinandersetzen. Welche Risiken bestehen, wird das Produkt oder die Dienstleistung des Unternehmens auch in 5, 10 oder 50 Jahren noch benötigt? Wie ist das Unternehmen finanziell aufgestellt?

Aber auch die Ausgestaltung des Wertpapiers spielen hier eine Rolle. Die Funktionsweise einer klassischen Aktie ist sicher leichter zu verstehen, als die irgendeines Hebel-irgendwas-Discount-Super-Duper-Zertifikat-Optionsscheines. Wenn man nicht kapiert wann man damit Gewinn oder Verlust macht, wie hoch der potentielle Verlust ausfallen kann und welche Wahrscheinlichkeiten zugrunde liegen in Bezug auf Gewinn oder Verlust, dann sollte man um das jeweilige Wertpapier einen ganz großen Bogen machen. Solche Dinge gehören ausschließlich in die Hände derer, die Chancen und Risiken genauestens abwägen können und bei einem Totalverlust oder ggf. vorhandener Nachschußpflicht nicht gleich finanziell am Abgrund stehen.

Vorsichtig sollte man auch sein, wenn irgendwer ein bestimmtes Wertpapier in den höchsten Tönen lobt. Meistens geht es darum eigene Bestände dieses Wertpapiers im Wert zu erhöhen und sie dann (überbewertet) zu veräußern. Also Obacht bei der Lektüre irgendwelcher Börsenbriefe usw.

Eine weitere wichtige Regel lautet: „Lege nur Geld, daß du kurzfristig nicht benötigst.

Auch eine Regel, die häufig missachtet wird. Da wird jeder erreichbare Euro an der Börse investiert und plötzlich braucht man Geld und gerade dann gabs gerade einen Crash und man macht Verluste. Von daher immer nur so viel Geld an der Börse investieren, wie man definitiv in den nächsten 12 Monaten oder länger nicht benötigt. Immer einen gewissen Anteil an Bargeld zurückhalten.

Antizyklisch handeln, auch bei langfristiger Anlage

Auch bei langfristiger Anlage kann es sich durchaus lohnen antizyklisch zu handeln, also dann zu kaufen, wenn die Kurse im Fallen begriffen sind, weil alle verkaufen wollen. So erlangt man günstigere Einstiegskurse und kann vom später wieder einsetzenden Anstieg der Kurse besser profitieren. Ja, es ist schwer sich selbst so in den Griff zu bekommen, daß man nicht auch selbst in die teilweise Panik verfällt etwas verkaufen zu wollen, nur weil die Kurse sinken. Wenn man das einmal in den Griff bekommen hat, wird man merken wie sehr viel besser man dann in Sachen Kursgewinne dasteht.

Sparplan oder Einmalanlage?

1822direkt DepotAm besten wohl beides, wenn möglich. Ein Sparplan sorgt dafür, daß über lange Sicht betrachtet ein niedrigerer Durchschnittskaufpreis entsteht, weil für einen festen Betrag bei geringeren Kursen mehr Anteile gekauft werden. Man spricht hier vom Cost-Average-Effekt. Wer größere Beträge monatlich sparen kann, sollte diese auf mehrere unterschiedliche Sparpläne aufteilen um so etwaige Kursschwankungen besser ausgleichen zu können. Insbesondere ETF, börsengehandelte Fonds (zumeist passiv gemanagte Indexfonds) bieten sich dafür an. Sie haben sehr niedrige Verwaltungskosten aufzuweisen, was die Rendite schon mal positiv beeinflusst.

Einmalanlagen sollten immer dann getätigt werden, wenn die Kurse gerade stark gefallen sind. Da lassen sich dann gute Einkaufsschnäppchen machen. Wobei man hier natürlich auch beachten sollte, aus welchem Grund die Kurse gefallen sind. Bei einer Zahlungsunfähigkeit des jeweiligen Unternehmens also auch hier lieber die Finger weg. Wer aber z.B. unmittelbar nach dem Brexit investiert hätte, hätte bereits jetzt vielfach sehr gute Erträge erwirtschaftet.

Was ist bei einer Geldanlage an der Börse sonst noch zu beachten?

Andre Kostolany sagte mal, man solle sein Geld anlegen, danach in die Apotheke gehen und sich Schlaftabletten kaufen und dann am besten ein paar Jahre durchschlafen. Danach würde man positiv überrascht sein, was sich im Depot getan habe. Dem kann man auch heute noch nur zustimmen. Am besten nach dem getätigten Investment für längere Zeit nicht ins Depot gucken. Der Jahresdepotauszug sollte eigentlich ausreichen um sich regelmäßig einen Überblick zu verschaffen. Jede Transaktion an der Börse, jede vermeintliche Gewinnmitnahme oder Verlustbegrenzung ist mit zusätzlichen Kosten verbunden. Also lieber nicht ins Depot gucken und sich nicht von irgendwelchen Nachrichten und Panikverkäufen oder Käufen anderer verrückt machen lassen.

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