Raiffeisenkasse Gmund: Minuszinsen für Spareinlagen

Die kleine Raiffeisenbank in Gmund am Tegernsee ist gerade in aller Munde. Die hat nämlich ein Problem: sie hat zu viele Bareinlagen. 40 Millionen Euro mehr an Guthaben als an Krediten draußen ist. Das Geld parkt sie bei der EZB und muß dafür dort Strafzinsen zahlen: 4.000 € pro eine Million € und Jahr. Macht bei 40 Millionen an Einlagen als 160.000 € Strafzinsen pro Jahr.

Nun hat die Bank die 139 Kunden mit den größten Vermögen über 100.000 € angeschrieben und ihnen eine Frist gesetzt das Geld anderweitig anzulegen, ansonsten würde man die Strafzinsen an die Kunden durchreichen.

Ähnlich verfahren auch schon andere Banken, zum Beispiel die Skatbank, allerdings erst ab Guthaben über 500.000 €.

Allerdings halte ich es in der aktuellen Niedrigzinsphase eh für unverständlich, so viel Bargeld unverzinst oder nur sehr niedrig verzinst rumliegen zu haben.

Probleme werden all jene Banken bekommen, die mehr Einlagen bekommen als sie für die Kreditvergabe benötigen. Kreditinstitute, die regelmäßig Kredite ausgeben und weniger gut betuchte Einzelkunden mit hohem Bargeldbestand haben, werden da noch etwas entspannter rangehen können. Über kurz oder lang wird man sich aber auch dort nach Möglichkeiten umsehen müssen um die Einlagen der Kunden rentabler zu gestalten.

Dennoch: Kleinanleger müssen sich erstmal keine Gedanken bezüglich Strafzinsen machen. Aber auch hier sollte man sich über andere alternative Formen der Geldanlage durchaus informieren.

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Was tun mit zu viel frei verfügbarem Bargeld?

Die Antwort kann nur lauten: anlegen. Wer allerdings an Festgelder denkt, wird wohl schwer enttäuscht beim Blick auf die Zinstabellen. Denn auch dort kann man nicht mehr wirklich gut Rendite machen.

Wer heute wirklich Rendite erwirtschaften möchte, kommt nicht umhin gewisse Risiken bei der Geldanlage einzugehen. Gerade an der Börse lassen sich durch attraktive Gewinne machen, wenn man sich ein wenig mit beschäftigt und nicht jedem glaubt, der einem irgendwas verspricht. Grundsätzlich gilt hier: nur kaufen, was man auch versteht.

comdirect DepotNeulinge sind sicher gut beraten sich mit ETF zu beschäftigen, das sind Fonds die einen Index nachbilden und passiv gemanagt sind, was wiederum die Kosten des Fonds massiv nach unten drückt. Welcher ETF oder welche andere Anlageform für einen selbst das beste Anlageformat darstellt, muß aber jeder für sich selbst rausfinden. Und auch sollte man beachten, daß es auch mal mit den Kursen nach unten gehen kann. Da heißt es dann die Nerven zu behalten. Mittel- bis langfristig dürfte man allerdings auf jeden Fall besser fahren als mit jedem derzeit verfügbaren Angebot im Festgeldbereich.

Aktuell ist zudem auch nicht absehbar, daß die Niedrigzinsphase ein Ende hat. Somit ist in den kommenden Jahren wohl desöfteren von Banken zu lesen, die Bareinlagen mit Strafzinsen versehen. Anstelle aber sein Geld auf diese Art und Weise zu verbrennen, sollte man sich lieber mit den noch verfügbaren Renditebringern beschäftigen, da hat man dann mehr Freude dran.

Wer sich wirklich nicht an Börse und Wertpapiere rantraut, sollte sich gegebenenfalls im Bereich Bausparverträge umschauen, auch wenn die einstmals guten Renditen da heute auch nicht mehr so leicht zu bekommen sind.

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