Strafzinsen: Volksbank Stendal verlangt Minuszinsen für hohe Guthaben

Im August war die Raiffeisenkasse Gmund in die Schlagzeilen geraten, weil sie Strafzinsen für Bareinlagen auf Giro- und Tagesgeldkonten ab 100.000 € einführte.

Nun zieht auch die Volksbank Stendal nach und erhebt eine „Verwahrgebühr“ in Höhe von 0,4 % der Barguthaben über 100.000 %. Das ist genau die Summe, die die Banken und Sparkassen auch selbst an Zinsen an die EZB zahlen müssen.

Für die betroffenen Kunden bestehen nun mehrere Möglichkeiten:

1. sie lassen das Geld da wo es ist und zahlen zähneknirschend diese Minuszinsen
2. sie wechseln das Kreditinstitut, immer mit dem Hintergedanken, daß andere Banken bald auch Minuszinsen für hohe Barguthaben einführen könnten
3. sie wechseln die Anlageform und legen ihr Geld so an, daß es für und nicht gegen sie arbeitet

In der heutigen Zeit der Niedrigzinsen bietet sich dafür eigentlich so gut wie nur noch eine Anlage an der Börse an. Dort gibt es zwar auch ein Verlustrisiko, die Ertragschancen sind aber bedeutend besser einzustufen und mit etwas Vorabinformation und langfristig ausgerichteter Anlage, macht man hier in den allermeisten Fällen Gewinne, die man so an anderer Stelle schon lange nicht mehr erwirtschaften kann.

Im Gegensatz zur Geldanlage auf dem Girokonto oder Tagesgeldkonto ist es zwar bei einer Geldanlage an der Börse nicht so risikolos, wenn man kurzfristig an sein Geld möchte, doch sollte man eh nur das Geld dort anlegen, daß man auch mittelfristig nicht benötigt. Bei Beträgen über 100.000 € dürfte es aber wohl kein Problem sein, größere Teile davon an der Börse zu investieren ohne gleich in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten.

Festgeld-Medium RectangleWer wirklich nicht an der Börse investieren möchte, dem bleibt als Alternative nur ein Festgeldkonto, wo man dann aber wirklich über den festgelegten Zeitraum nicht an sein Geld rankommt. Allerdings sind die Zinsen in diesem Bereich auch auf einem Niedrigniveau angelangt und wer mehr als 1 % Zinsen bekommen möchte, muß sein Geld schon für vier Jahre oder länger anlegen. Ob das wirklich sinnvoll, insbesondere falls inzwischen die Zinsen wieder (leicht) ansteigen sollten, muß jeder für sich entscheiden. Eine Geldanlage an der Börse dürfte wohl dennoch für viele die bessere Alternative darstellen, auch bei kleineren Beträgen.

Auf jeden Fall ist davon auszugehen, daß immer mehr Banken Minuszinsen für mittlere und hohe Bareinlagen auf Girokonten und Tagesgeldkonten einführen werden, wenn die Niedrigzinsphase nicht bald endet. Sich mit dem Thema Geldanlage intensiv auseinanderzusetzen wird somit für immer mehr Menschen wichtig werden.

Beliebte Beiträge: