Kommt das Thema Börse zur Sprache, werden häufig Meinungen vertreten und vermeintliche Argumente angebracht, die so nicht stimmen.

Mit den häufigsten dadurch auftretenden Missverständnissen möchte ich einmal aufräumen.

Börse ist nur was für Leute mit viel Geld

Geführenfrei kaufen - rund 1.000 ETFsDas ist eine der häufigsten Meinungen und sie bleibt falsch, egal wie oft sie wiederholt wird. Auch Menschen mit geringem Einkommen und/oder wenig Sparguthaben können an der Börse investieren. Gerade auch für solche Fälle eignen sich Sparpläne recht gut. Da kann man schon ab 50 €, manchmal auch noch weniger, sein Investment an der Börse beginnen. Natürlich wird man mit einem monatlichen Sparplan über 50 € nicht über Nacht zum Millionär, doch im Vergleich zu dem was aktuelle Tages- oder Festgeldkonten bringen, sind die Ertragschancen um ein Vielfaches höher. Wer klein anfängt, kann aber über einen längeren Zeitraum durchaus attraktive Summen erreichen, die auf normalen Sparkonten nur ein Traum bleiben werden.

Börseninvestments kosten hohe Gebühren und lohnen sich für Kleinstanleger daher nicht

Hier würde der Jurist antworten: es kommt drauf an. Wer jede Woche meint etwas umschichten zu müssen, etwas zu verkaufen und irgendetwas anderes dafür neu zu kaufen, bei dem trifft dies sicher zu. Wer aber mittels eines Sparplans oder einer Einmalanlage etwas kauft, liegen lässt und sich stattdessen über langfristige Wachstumserfolge freut, der kann die Kosten absolut vernachlässigen. Viele Wertpapierdepots sind kostenlos, es gibt zudem Anbieter die beim Kauf von Fonds und ETF auf Ausgabeaufschläge verzichten. Dadurch ergeben sich große Kostenersparnisse.

Man kann an der Börse sehr viel Geld verlieren

Ja, kann man, aber in den meisten Fällen kann man so etwas auch vermeiden. Und erst recht führt nicht jeder Börsencrash zum Totalverlust des eingesetzten Vermögens. Grundsätzlich gilt erstmal der Grundsatz: „Investiere nur in Anlageprodukte, die du auch verstehst.“. Wer das Prinzip eines Optionsscheins, eines Zertifikates oder eines anderen Wertpapiers nicht versteht, wer deren Chancen und Risiken nicht einschätzen kann, wer nicht weiß was die Firma überhaupt macht, deren Aktien gekauft werden sollen, der sollte von solchen Papieren die Finger lassen.

Die meisten Verluste werden übrigens gemacht, weil Papiere verkauft wurden, nachdem sie im Wert gefallen sind. Lässt man diese Papiere aber einfach im Depot und verkauft sie nicht, kann man häufig zusehen, wie sie im Wert wieder steigen und das sehr häufig auch wieder über den Einstandskurs. Schaut man sich also mal die Geschichte vieler Wertpapiere oder Indizies genau an, wird man sehen, daß es nach praktisch jedem Kursverlust wieder einen Anstieg gab und das in der Regel auf Kurse, die es zuvor nicht gab. Ausnahmen bestätigen hier natürlich auch die Regel. Je breiter man sein Investment streut, z.B. bei der Anlage mittels ETF anstelle in Einzelaktien, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit eines Totalausfalls oder größeren Verlustes.

Gerade Kleinstanleger sollten bei ihren Wertpapieranlagen langfristig denken und sich nicht von irgendwelchen Kursschwankungen beeindrucken lassen. Bei Sparplänen sind die Kursschwankungen, auch nach unten, durchaus positiv zu sehen. Besteht doch hier die Möglichkeit bei gleichbleibendem Geldeinsatz einen größeren Anteil an Wertpapieren zu kaufen und so bei Kursanstiegen in größerem Umfang davon zu profitieren.

Es kann übrigens durchaus sinnvoll sein nach Kursstürzen statt in Verkaufspanik zu verfallen, lieber nachzukaufen und so den durchschnittlichen Kaufpreis zu senken und schneller wieder höhere Gewinne zu erzielen.

Börseninvestments sind also wirklich für viel mehr Leute ein geeignetes Mittel um Vermögen aufzubauen, als die meisten wahrhaben wollen. In anderen Ländern haben dies die Menschen längst erkannt. Deutschland ist in dieser Hinsicht noch etwas rückständig und dem einen oder anderen dürfte es wohl finanziell etwas besser gehen, wenn er sein Geld an der Börse angelegt hätte. Man sollte sich mit der Thematik ruhig etwas häufiger und intensiver auseinandersetzen. Es lohnt sich!

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