Zu Besuch auf einer Hauptversammlung

Wenn man Aktien besitzt, bekommt man auch mehr oder weniger häufig Einladungen zu Hauptversammlungen der betreffenden Aktiengesellschaften. Im Normalfall findet so eine Hauptversammlung einmal im Jahr statt.

Die Hauptversammlung der TLG Immobilien AG war die Gelegenheit sich das mal live anzuschauen. Im Normalfall bekommt man von der Depotbank, wo die Aktien lagern eine Information, daß eine Hauptversammlung stattfindet, auch die Tagesordnung wird da häufig mitgeschickt. Dann kann man sich seine Einladungskarte für die jeweilige Hauptversammlung bestellen, die dann per Post einige Tage später zugeschickt wird. Das alles ist natürlich kostenlos für den Aktionär.

Mit der Einladungskarte fährt man dann zur Hauptversammlung. Am Einlass wird die Einladungskarte abgegeben, dafür erhält man stattdessen eine Stimmkarte. In diesem Fall enthielt die Stimmkarte viele kleine Abschnitte mit den jeweiligen Tagesordnungspunkten über die abgestimmt werden soll.

Vor dem Beginn der Hauptversammlung wurde ein Frühstücksbüfett aufgebaut. Hier konnte man auch schön die Teilnehmerstruktur erkennen: der Großteil der Teilnehmer waren Rentner.

Das ist übrigens nicht unüblich für Hauptversammlungen. Rentner stellen einen Großteil der Teilnehmer solcher Hauptversammlungen teil, gleichzeitig aber eine Minderheit was die durch sie vertretenen Stimmenanteile angeht.

Eröffnet wurde die Hauptversammlung durch den Aufsichtsratsvorsitzenden, der auch Versammlungsleiter war. Zuerst gab es allerhand allgemeine Einleitungen, dann gaben Aufsichtsratsvorsitzender und die Vorstände einen Rückblick auf 2016 und eine Vorschau auf das aktuelle Geschäftsjahr 2017. Dann fand die Generaldebatte statt, wo jeder der anwesenden Aktionäre reden und Fragen an Vorstand und Aufsichtsrat stellen konnte. Das wurde auch von mehreren Personen genutzt und zog sich so ca. 2,5 Stunden hin.

Danach fand die Abstimmung über die anderen Tagesordnungspunkte ab. Da wirft man seine Stimmzettel, die man am Einlass erhielt, in entsprechende Behälter für JA oder NEIN. Für jeden Tagesordnungspunkt gibt es einen separaten Stimmzettel auf dem die Anzahl der Aktien vermerkt ist.

Während der Auszahlung war dann Mittagspause, wo es für die Aktionäre ein Mittagsbüfett gab. Und dann folgte die Bekanntgabe der Abstimmungsergebnisse und zumindest für mich war das dann ein Schock. Nein, nicht die Abstimmungsergebnisse, sondern die Tatsache, daß sich rund 90 % der Aktionäre (Rentner) nach dem Mittagessen verdrückten und zur Bekanntgabe der Abstimmungsergebnisse gar nicht mehr da waren.

Geführenfrei kaufen - rund 1.000 ETFsNoch was zu den Rentnern: die meisten von denen haben wohl nur ganz wenige Aktien, zumeist auch häufig von Aktiengesellschaften, die in ihrem Umfeld sitzen. Das ermöglicht denen dann da an den Hauptversammlungen teilzunehmen und dann kostenlos das Essen mitzunehmen. Um mehr geht es den meisten wohl nicht und da Rentner genug Zeit haben, sitzen sie die halt in der Hauptversammlung ab und wenn dann der für sie wichtigste Teil (das Essen) erledigt ist, sind sie ganz schnell wieder verschwunden.

Und ja, dieses Phänomen ist wohl desöfteren anzutreffen. Dennoch ist es recht interessant mal an einer solchen Hauptversammlung teilzunehmen, insbesondere wenn man auch mehr als nur eine Handvoll Aktien besitzt. Es ist zudem eine der wenigen Möglichkeiten für Kleinaktionäre direkte Antworten auf Fragen von Aufsichtsrat und Vorstand zu erhalten. Wer unmittelbar in Aktien investiert, der sollte auch die Möglichkeit der Teilnahme an einer Hauptversammlung mal nutzen. Es ist wirklich sehr lehrreich.

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