Negativzinsen bei Girokonten nicht zulässig

300x250Weil die Volksbank Reutlingen Negativzinsen auf Giro-, Tagesgeld- und Festgeldkonten ankündigte, klagte die Verbraucherzentrale dagegen und bekam recht. Das Landgericht Tübingen schloss sich der Argumentation der Verbraucherzentrale an und verbot die Erhebung von Negativzinsen auf Guthaben von kostenpflichtigen Girokonten. So kam das Landgericht zu der Entscheidung, daß „in einem Nebeneinander von Kontoführungsgebühren für das Girokonto einerseits und einem Entgelt von 0,5 Prozent pro Jahr für die Verwahrung von Einlagen eine unangemessene Benachteiligung der Bankkunden“ liegt. Dabei ist es egal ob diese Negativzinsen zuvor vereinbart wurden oder nicht, so das Landgericht Tübingen im Kostenentscheid gegenüber der Volksbank Reutlingen.

Wichtig dürfte dabei sein, daß in dem Urteil ausschließlich kostenpflichtige Girokonten angesprochen werden. Bei kostenlosen Girokonten wäre die Erhebung von Negativzinsen wohl dadurch immer noch möglich, allerdings würde gerade das diese Konten unattraktiv machen und dies dürfte auch der Grund sein, weshalb bisher keine der Banken durch die Erhebung von Negativzinsen auf Bankguthaben aufgefallen sind, die kostenlose Girokonten anbieten.

Zwar ist das Urteil des Landgerichts Tübingen kein höchstrichterliches Urteil, dennoch dürfte es seine Wirkung auch auf andere Banken nicht verfehlen.

Davon abgesehen ist es auch heutzutage nicht zwingend notwendig, einer Bank Kontoführungsgebühren abzutreten, denn die Zahl der kostenlosen Girokonten ist zwar in den letzten Jahren durchaus gesunken, aber immer noch gibt es zahlreiche Banken, die ein entsprechendes Angebot vorhalten.

Und wer trotz Kontoführungsgebühren nicht zu einer anderen Bank wechseln möchte, der kann sich jetzt aber wenigstens relativ sicher sein, nicht auch noch plötzlich Negativzinsen für (größere) Guthaben zahlen zu müssen, wobei sich auch hier die Frage stellt, ob es da keine sinnvolleren Anlagemöglichkeiten gibt, als das Geld auf einem Girokonto oder Tagesgeldkonto schmoren zu lassen.

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