Wie wird sich Mobile Payment in Deutschland entwickeln?

Auf dem 28. Mobilisten-Talk in Berlin am 06.09.2018 ging es um diese Frage. Wo steht Mobile Payment heute und wo wird es in zehn Jahren stehen und was ist nötig, damit Mobile Payment ein Erfolg wird?

Eines dürfte klar sein: Mobile Payment ist auch in Deutschland nicht mehr aufzuhalten. Mit dem Start von Google Pay und Apple Pay ist es für immer mehr Menschen möglich direkt mit ihrem Smartphone zu bezahlen. Sparkassen und Volks-und Raiffeisenbanken setzen mit ihren eigenen Bezahlapps für Android-Smartphones zudem auf Masse, können damit rund 80 % ihrer Kunden mit dem Smartphone bezahlen. Die „Mobiles Bezahlen“-App der Sparkassen wurde bereits über 100.000 mal installiert, über 10.000 mal das Pendant der Volks- und Raiffeisenbanken.

Ausgehend davon, daß beide Apps erst Anfang August 2018 auf den Markt kamen, sind derartige Downloadzahlen durchaus ein Beweis dafür, daß die Menschen auf diese Möglichkeit des Bezahlens längst gewartet haben. Dazu kommen noch die anderen Bezahlapps, sei es GooglePay, FidorPay, die Apps von Netto Markendiscount und Edeka, PaybackPay, Paypal….

In den kommenden Wochen und Monaten wird man also durchaus erleben können, daß an der Kasse immer öfter das Smartphone zum Bezahlen gezückt wird. Damit sich das Bezahlen per Smartphone in der breiten Masse durchsetzt, gehört aber noch einiges mehr dazu. Gerade hier in Deutschland ist vielen Menschen der Sicherheitsaspekt bei der bargeldlosen Zahlung sehr wichtig. Hier kann man klar sagen, daß es keine bekannten und funktionierenden Sicherheitslücken gibt.

Doch ein weiterer Aspekt kommt dazu: mobiles Bezahlen muß den Menschen einen Mehrwert bieten. Payback hat das erkannt und bietet mit seiner App und der Zahlfunktion PaybackPay die Möglichkeit gleichzeitig zu bezahlen und Paybackpunkte zu sammeln. Netto Markendiscount geht seit einigen Jahren mit seiner App in die gleiche Richtung: mit dem Smartphone bezahlen, wenn auch nicht via NFC, Deutschlandcard-Punkte sammeln und gleichzeitig Sonderrabatte für App-Nutzer gewährt bekommen. Die App von Netto Markendiscount wurde bisher über eine Million mal auf Android-Geräten installiert.

Auch die Tatsache, daß neben den klassischen Banken immer mehr Wettbewerber versuchen im Markt des Mobile Payment mitzumischen, sorgt dafür, daß die Verbreitung der Angebote schneller geschieht. Mobilfunkbetreiber, Fintechs und Einzelhandelsketten sind längst auf den Zug aufgesprungen und versuchen ein Stück vom Kuchen abzubekommen. Nicht zuletzt wird auch der Start von Apple Pay in Deutschland das Thema weiter befeuern und den Anteil der Zahlungen mittels Smartphone und Wearables weiter steigen lassen. Klassische Zahlkarten mit NFC-Funktion sind da nur noch eine Zwischentechnologie.

In den nächsten zehn Jahren ist somit eine drastische Verschiebung der Zahlarten hin in Richtung Mobile Payment zu erwarten. Vieles was dann möglich sein wird, ist jetzt noch nicht zu erahnen. Es bleibt also spannend.