Zinstief ausnutzen für Kreditumschuldung

In den letzten Jahren kennen die Zinsen nur einen Weg: nach unten. Bei den Guthabenzinsen macht sich das noch stärker bemerkbar als bei den Kreditzinsen. Dennoch sollten Kreditnehmer gerade jetzt aufgrund dieses Zinstiefs prüfen, inwieweit eine Umschuldung für sie Sinn machen kann um die monatliche Belastung zu reduzieren.

Wer zum Beispiel eine seit längerem laufende Immobilienfinanzierung besitzt, sollte sich jetzt bereits die niedrigen Zinsen sichern für die Anschlußfinanzierung. Bei den in der Regel recht hohe Summen umfassenden Immobilienfinanzierungen, kann so eine Umschuldung in einen günstigeren Kredit durchaus vierstellige Ersparnisse bei der Zinsbelastung bringen. So kann man entweder über die gesamte Laufzeit jeden Monat weniger zahlen oder bei gleichbleibender monatlicher Belastung seine Immobilie schneller abbezahlt haben.

Worauf sollte man bei einer Umschuldung grundsätzlich achten?

Es gibt erst einmal zwei unterschiedliche Ausgangssituationen. Bei der „klassischen“ Umschuldung geht es darum einen bestehenden Kredit vorzeitig abzulösen durch einen günstigeren Kredit. Bei der Anschlußfinanzierung (häufig im Immobilienbereich benötigt) geht es darum die nach Beendigung der Laufzeit noch offene Kreditsumme günstiger weiter zu finanzieren.

Wenden wir uns erst einmal der ersten Variante zu. Hier sollte man auf jeden Fall beachten, daß die Bank für die vorzeitige Ablösung eines Kredits eine Gebühr verlangen kann, auch als Ausgleich für ansonsten erhaltene Zinsen. Diesen Betrag sollte man vorab unbedingt bei seiner Bank anfragen und mit in die Berechnungen einfließen lassen. Es macht nämlich keinen Sinn, wenn man durch die Umschuldung 300 € Zinszahlungen einspart, an die alte Bank aber eine Gebühr in Höhe von 350 € entrichten muß. Dann kann man bei der bisherigen Bank bleiben. Hier also genau vergleichen.

Auch die Restlaufzeit des alten Vertrages sollte man dabei im Auge haben. wie lange wäre man dort noch gebunden und wie lange ist die Laufzeit des neuen Kreditvertrags? Bindet man sich ggf. ungewollt länger an die neue Bank?

Sinn machen kann es auch erst einmal bei der bisherigen Bank nach einer Möglichkeit der Umschuldung nachzufragen. Wenn man bei der gleichen Bank bleibt, dort vielleicht auch schon länger Kunde ist, lassen sich dadurch unter Umständen bessere Konditionen aushandeln als man sie bei einem Wechsel des Kreditinstitutes bekommen hätte. Die meisten Banken wollen ihre Kreditkunden halten, denn sie tragen einen wichtigen Teil zu den Einnahmen der Bank bei. Wenn man also mit dem Bankberater vernünftig redet, findet sich häufig auch eine bankinterne Lösung.

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Bei einer Anschlußfinanzierung ist es ähnlich, nur fallen hier die Strafgebühren nicht an, wenn die Umschuldung nach Ablauf der Bindungsfrist erfolgt. In den meisten Fällen läuft die Bindungsfrist nach 5 oder 10 Jahren aus. Aktuell sind im Immobilienbereich Finanzierungen mit um die 2 % Zinsen p. a. durchaus möglich. Wer da noch alte Verträge laufen hat, die noch auf 4-6 % Zinsen p.a. lauten, kann da durch eine günstigere Anschlußfinanzierung sehr viel Geld sparen.

Das Zinstief bietet für Kreditnehmer also durchaus attraktive Möglichkeiten Geld zu sparen. Den Sparer freut es dagegen gar nicht, denn die Zinsen liegen im Tages- und Festgeldbereich aktuell teilweise unter dem Inflationssatz.

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