So findet man die optimale Kreditkarte

Kreditkarten werden wie Sand am Meer angeboten und seitdem die EU die Kreditkartengebühren zwischen Kreditkartenunternehmen und Händler drastisch gedeckelt hat, steigt auch die Akzeptanz von Kreditkarten im lokalen Handel in Deutschland stark an. Dennoch werden auch weiterhin rund 75 % aller Umsätze im lokalen Handel mit Bargeld bezahlt.

Das soll uns aber weiter nicht stören, denn wer sich mit der Thematik etwas beschäftigt, findet schnell zahlreiche Vorteile des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. Und dann kommt man schnell zu der Frage welche Kreditkarte man sich holen soll.

Dabei stellt sich schnell heraus: DIE optimale Kreditkarte für Jedermann gibt es nicht! Häufig stellt sich heraus, daß es mindestens zweier Karten bedarf, wenn man Kosten und Leistung entsprechend optimieren möchte.

Zum Thema Kreditkarten ohne Fremdwährungsgebühren (ganz wichtig außerhalb der Eurozone!) gibt es hier bereits ein paar Empfehlungen.

Kreditkarteneinsatz im Inland / Eurozone:

Zuerst einmal das einfache Thema. Wer seine Kreditkarte hauptsächlich im EU-Gebiet einsetzt, der sollte sich zuerst überlegen was er am häufigsten damit bezahlen wird bzw. welche Dienstleistungen er allgemein am häufigsten in Anspruch nehmen wird.

Für regelmäßige Bahnfahrer dürfte z.B. die Bahncard-Kreditkarte wohl von Vorteil sein, wer seit Jahren nicht mehr im Zug saß, wird damit eher wenig bis gar nichts anfangen können. Wer regelmäßig in Hotels der Hilton Hotelgruppe nächtigt, wird vielleicht stattdessen mit der Hilton Kreditkarte gut beraten sein. Und so gibt es unzählige Varianten, die für den einen sinnvoller, den anderen dagegen absolut sinnlos sein dürften.

Soll die Karte auch zum Bargeldbezug genutzt werden, ist drauf zu achten, daß keine Gebühren dafür anfallen.

Wer regelmäßig Kleinbeträge damit bezahlen möchte, wird ggf. die NFC-Funktionalität bevorzugen.

Einige Kreditkarten enthalten auch Versicherungsleistungen. Diese braucht nicht jeder, für andere sind diese aber gerade ausschlaggebend bei der Auswahl der Kreditkarte.

Nicht alle Kriterien werden von jeder Kreditkarte erfüllt, spricht doch jede Karte eine andere Zielgruppe an. Daher sollte man vorher genau prüfen, was einem wichtig ist. Durchaus kann das auch bedeuten, daß man mehrere Kreditkarten benötigt, zum Beispiel eine für Umsätze innerhalb der Eurozone, die andere für Umsätze außerhalb der Eurozone.

Einige Kreditkarten bieten zudem Rückvergütungen und/oder Zusatzleistungen wie Statusupgrades bei Hotels oder Fluglinien an. Auch hier gilt: erst genau prüfen ob man diese Leistungen wirklich benötigt, ansonsten gibt es häufig sinnvollere Kreditkartenangebote.

Kreditkarten ohne Jahresgebühr

Grundsätzlich sollten erstmal die Kosten im Auge behalten werden und da sind Kreditkarten ohne Jahresgebühr natürlich vorzuziehen. Die American Express Payback Card ist eine dieser Karten. Der Nachteil, American Express-Karten werden nicht so häufig anerkannt wie Karten von VISA oder Mastercard.

Eine Alternative dazu stellt die DKB VisaCard dar, die allerdings nur in Verbindung mit einem kostenlosen Girokonto erhältlich ist. Allerdings hat die DKB VisaCard einen eigenen Kreditrahmen, ist also keine Debit Card wie bei anderen Banken, wo das Geld dann unmittelbar vom Girokonto abgebucht wird. Auch hier gibt es eine monatliche Abrechnung.

Eine weitere Alternative ist die Deutschland-Kreditkarte, die ebenfalls ohne Jahresgebühr auskommt. Bis zu 2.500 € Kreditkartenlimit sind hier möglich. Dafür ist die Karte auch unabhängig von einem Girokonto zu bekommen.

Kostenloser Bargeldbezug mittels Kreditkarte

Wer via Kreditkarte auch mehr oder weniger regelmäßig Bargeld beziehen möchte, der sollte darauf achten, daß dafür keine Gebühren anfallen. Ansonsten kann der Bargeldbezug mit der Kreditkarte nämlich sehr schnell sehr teuer werden. In erster Linie soll man Kreditkarten bargeldlos bezahlen und sie nicht zum Bezug von Bargeld einsetzen.

Die Advanzia Mastercard Gold zählt zu den Karten, mit denen man weltweit kostenlos Bargeld abheben kann. Der einzige Nachteil dieser Karte ist, daß man den monatlichen Betrag der Kreditkartenabrechnung überweisen muß und dieser nicht automatisch vom Girokonto eingezogen wird. Verpasst man den Überweisungstermin fallen sehr hohe Zinsen an.

Anders ist es dagegen bei der Barclaycard Gold Visa, wo der Betrag der Kreditkartenabrechnung dann automatisch vom Girokonto eingezogen wird. Diese Karte ist zudem im ersten Jahr kostenlos und auch danach fällt keine Jahresgebühr an, wenn der Kreditkartenumsatz bei 3.000 € pro Jahr liegt.

Auch mit der MasterCard von NUMBER26 kann man kostenlos weltweit Bargeld abheben. Diese Karte ist aber an das zugehörige Girokonto gebunden.

Es gibt also nicht DIE Kreditkarte, die für jeden zu empfehlen ist. Jeder muß daher für sich entscheiden, was ihm wichtig ist. Wofür man sich letztlich entscheidet, sollte jeder nach seinen eigenen Bedürfnissen abwägen. Für mich selbst kommen mehrere in Frage, die je nach zu bezahlender Dienstleistung oder Ware entsprechend eingesetzt werden. Auch das ist etwas, was sicher nicht für jeden optimal ist und individuell abgewogen werden muß.

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