Vermögensverteilung in Deutschland: Ursachen und Gegenmittel

In den Medien ging in den letzten Tagen die Meldung um, daß in Deutschland 10 % der Bevölkerung 52 % des Vermögens besitzen und es wurde gleich wieder nach höheren Steuern für Vermögende geschrieben und wachsende Schere zwischen arm und reich.

1822direkt DepotDas Problem dabei: die Ursachen sind typisch deutsch hausgemacht. Es liegt zu einem nicht geringen Teil nicht an Steuersätzen oder Steuerschlupflöchern, es liegt häufig an der Art der Vermögensbildung. Ein Großteil der Bevölkerung packt sein Geld, Finanzkrise hin oder her, immer noch sehr konservativ aufs Girokonto, Tagesgeldkonto, Sparbuch, in einen Bausparvertrag oder in ein Festgeld. Die Zeiten wo man dort aber 2-6 % p.a. an Zinsen bekam, sind sehr lange vorbei. Mehr als 1 % bekommt man selbst bei Festgeldern nur noch bei langlaufenden Optionen.

Dagegen konnte man in den letzten Jahren an der Börse durchaus gutes Geld verdienen. Wer zu Jahresbeginn 2012 sein Geld in einen DAX-ETF packte, konnte Ende 2015 einen Gewinn von 60 % verbuchen. Selbst wer erst Anfang 2015 dieses Investment gewagt hätte, wäre zum Jahresende mit knapp 9,6 % im Plus gewesen. Das ist Dimensionen von dem entfernt, was konservative Anlagen in der Zeit erbracht hätten. Während nun aber gerade auch Leute mit höherem Einkommen sich mit dem Thema intensiv beschäftigen und entsprechend ihr Geld anlegen und gut vermehren, sind die, die weniger Geld haben bedeutend konservativer veranlagt.

Würde dieser Teil der Bevölkerung auch nur 25 – 50 % seines Vermögens entsprechend an der Börse investieren, würde die Kluft zwischen arm und reich wieder kleiner werden. Es bedarf dazu keines BWL- oder Mathestudiums um die Börse zu begreifen und niemand muß zwingend in irgendwelche außergewöhnlichen Papiere investieren. Ein Sparplan in einen soliden Fonds, der 4-8 % im Jahr abwirft oder ein ETF oder Indexzertifikat versprechen durchaus eine bedeutend bessere Rendite als jedes Festgeld.

Natürlich sollte man sich vorab mit der Thematik beschäftigen, muß aber auch nicht zwingend täglich Börsenkurse studieren oder ähnliches, sondern sollte eher entspannt rangehen und sich nicht von den Massen beeindrucken lassen, die gerade „kaufen“ oder „verkaufen“ schreien.

Wer also jetzt sagt, die Probleme liegen im steuerlichen Bereich, denkt zu kurz. Jeder kann selbst dazu beitragen in Zeiten von Tiefstzinsen sein Vermögen dennoch zu vermehren. Einfach ein wenig mehr Mut zur Börse haben. Das eine oder andere Sachbuch zur Börse vorher lesen und dann mal schauen was man daraus für sich mitnimmt und die ersten Investments wagen. Wichtig: nicht alles auf eine Karte setzen. Ruhig etwas streuen. Und zurücklehnen und keine Angst haben.

Wenn es, wie in anderen Ländern durchaus üblich, mehr Leute gibt, die bereit sind ihr Geld an der Börse zu investieren, wird auch die vorherrschende Kluft deutlich geringer werden. Sicher wird man mit 1.000 Euro Investment nicht zum Millionär, aber mehr als mit konservativen Produkten verdient man allemal. Und darauf kommt es an. Daher: mehr Mut zu Investments!

Beliebte Beiträge