Auslandsreisekrankenversicherung

Auch im Urlaub oder auf Geschäftsreisen ins Ausland kann man schnell mal krank werden. Ob plötzliche Zahnschmerzen, eine schwere Grippe oder ein Knochenbruch – ohne einen Arztbesuch geht es dann zumeist nicht. Die Kosten dafür können schnell mal in die tausende Euro gehen und wenn dann noch ein Rücktransport organisiert werden muß, sind fünfstellige Eurobeträge dafür nicht unüblich.

Wer braucht eine Auslandskrankenversicherung?

Wer in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert ist, ist nur innerhalb Deutschlands voll versichert. Kosten, die im Ausland entstehen, sind dadurch nicht voll versichert und so bleibt man dann auf selbigen zumindest zum Teil sitzen. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt innerhalb der EU, Island, Liechtenstein und Norwegen, sowie in Ländern mit denen es ein Sozialversicherungsabkommen gibt, einen Teil der Arzt- und Krankheitskosten. Diese Erstattung geht nur soweit was auch Bürger des Urlaubslandes dort erstattet bekommen würden. Die restlichen Kosten müsste man dann selbst aufbringen. Daher sollten Mitglieder in der gesetzlichen Krankenversicherung einen zusätzlichen Schutz abschließen, wenn sie sich ins Ausland begeben. Eine Auslandskrankenversicherung ist recht preisgünstig: Singles können sich, ja nach Alter, für 10 – 30 € pro Jahr versichern. Beachten sollte man dabei auch die Reisedauer. Die entsprechenden Versicherungen zahlen in den meisten Fällen nur für Reisen, die maximal 45 bis 56 Tage dauern. Für die meisten dürfte die jeweilige Reisedauer sowieso weit darunter liegen, sodaß das kein Problem darstellen sollte.

Wer privat versichert ist, sollte auf jeden Fall einen Blick in seinen Versicherungsschein werfen. Dort steht auch ob der Versicherungsschutz auch im Ausland gilt oder nur auf Deutschland beschränkt ist. Unter Umständen kann es sich aber auch hier lohnen eine separate Auslandskrankenversicherung abzuschließen. Wer nämlich im Ausland zum Arzt muß, daheim im gesamten Jahr aber nicht, der kann sich so seine etwaige im Vertrag enthaltene Beitragsrückerstattung sichern, wenn die entstehenden Kosten im Ausland über die separat abgeschlossene Auslandskrankenversicherung abgerechnet werden. Auch werden von der privaten Krankenversicherung im Zweifelsfall nicht alle Kosten übernommen, z.B. die des Rücktransports. Daher also vorab genau informieren und dann entscheiden ob eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung sinnvoll ist oder nicht.

Was sollte man in Bezug auf eine Auslandskrankenversicherung beachten?

Zu prüfen ist im Vorfeld auch ob andere Auslandskrankenversicherungen bestehen, z.B. über die Mitgliedschaft in einem Automobilclub oder durch eine vorhandene Premium-Kreditkarte. Auch hier sollte man vorab die entsprechenden Versicherungsbedingungen prüfen in welchem Umfang Versicherungsschutz besteht und welche Bedingungen erfüllt sein müssen, daß die jeweilige Versicherung zum Tragen kommt. So ist es häufig der Fall, daß die im Rahmen einer Kreditkarte enthaltene Versicherung nur dann eintritt, wenn die Reise ganz oder teilweise über die jeweilige Kreditkarte bezahlt wurde.

Reisedauer beachten

Die meisten Versicherungen greifen nur bis zu einer gewissen Reisedauer, die zumeist 45 oder 56 Tage beträgt. Die Reisedauer betrifft die jeweilige Einzelreise, mehrere Reisen innerhalb der Versicherungsvertragsdauer sind also möglich, auch wenn man dann insgesamt über die jeweilige Reisedauergrenze kommt. Hier erfolgt keine Aufaddierung der Einzelreisen. Plant man längere Reisen, sollte man eine Spezialversicherung abschließen, die auf solche Langzeitversicherungen ausgerichtet ist. Das ist bei Weltreisen, Auslandssemesteraufenthalten u.ä. Dingen anzuraten.

Geltungsbereich der Auslandskrankenversicherung

Nicht alle Auslandskrankenversicherungen gelten weltweit. Manche sind auch auf bestimmte Regionen begrenzt. Hier sollte man vor dem Abschluss sich entsprechend erkundigen ob das gewählte Reiseland über den gewünschten Versicherungsanbieter auch abgesichert ist. Weltweit gültige Tarife sind zumeist teurer als eingeschränkt gültige Tarife. Dennoch sind die Kosten überschaubar, gerade auch im Vergleich mit den vor Ort ggf. anfallenden Kosten einer medizinischen Behandlung.

Versicherung von Vorerkrankungen

Auch hier gilt es vorher genau zu vergleichen. Einige Versicherer schließen Behandlungen in Zusammenhang mit Vorerkrankungen aus. Andere schließen nur solche Behandlungen aus, deren Notwendigkeit bereits vor der Reise von einem Arzt bescheinigt wurde. Auch Versicherer, die ihre Leistungen auf „akute“ oder „unvorhersehbare“ Erkrankungen begrenzen, sollte man eher meiden. Wer eine chronische Erkrankung hat, sollte sich auch vorab schlau machen ob die Versicherung in einem solchen Fall zahlt, sofern während der Reise eine Behandlung notwendig wird.

Medizinischer Rücktransport

Ein wirklich teures Unterfangen ist der medizinische Rücktransport. Auch hier gilt: unbedingt die Versicherungsbedingungen genau studieren. Man sollte einen Anbieter bevorzugen, der zahlt wenn der Rücktransport medizinisch sinnvoll und vertretbar ist. Vorsicht bei Anbietern die nur dann den Rücktransport bezahlen, wenn er unbedingt notwendig ist. Dann kann man im Zweifelsfall auf den Kosten sitzen bleiben.

Es gilt also einiges bei der Auswahl zu beachten. Dennoch sollte das niemanden davon abhalten eine Auslandsreisekrankenversicherung abzuschließen, denn das ist im Fall der Fälle bedeutend günstiger als wenn man ansonsten auf den Kosten sitzen bleibt. Und wer eine oder mehrere Auslandsreisen im Jahr macht, den werden die wenigen Euro für diesen nicht unwichtigen Zusatzschutz sicher nicht schmerzen.