2020 – ein Jahr bargeldlos unterwegs

Das Jahr 2020 ist (endlich?) vorbei und ich kann sagen: es ist das erste Jahr in dem ich komplett bargeldlos unterwegs war. Zuletzt habe ich Ende September 2019 Bargeld in der Ukraine verwendet, seitdem konnte ich überall mittels Karte am POS bezahlen. Zu Jahresbeginn 2020 war das so noch nicht absehbar. Doch dann kam Covid-19 und plötzlich war alles anders. So mancher Gastronom, der bisher auf Barzahlung bestand, bat nun um Kartenzahlung. Selbst Eisdielen klebten plötzlich Akzeptanzaufkleber an die Tür. Stand man im Supermarkt oder Discounter an der Kasse, waren Barzahler plötzlich zu einer seltenen Spezies geworden: gefühlt fast jeder zückte plötzlich Karte, Smartphone oder Smartwatch zum Bezahlen.

Aber auch die Banken rüsteten auf und inzwischen gibt es nur noch wenige Banken, deren Karten nicht via Google Pay oder Apple Pay nutzbar sind. Sogar die Sparkassen haben es geschafft ihre Girocard in Apple Pay zu integrieren.

Redet man mit Personen aus der Paymentbranche, so bestätigt eigentlich jeder, daß die Pandemie dem bargeldlosen Zahlungsverkehr einen Schub gegeben hat, der sonst wohl fünf oder mehr Jahre benötigt hätte. Die Deutsche Kreditwirtschaft geht für 2020 von ca. einer Milliarde mehr Kartenzahlungen im Vergleich zum Vorjahr aus und dabei werden nur die Girocard-Zahlungen gezählt. Da fehlen dann noch die Zahlungen mit Visa, Mastercard und American Express, wo es wohl auch einen Zuwachs gegeben haben dürfte.

Persönliche Highlights waren für mich zwei Filialen von Jannys Eis in Rostock und Göhren (Rügen), wo man problemlos mit Karte zahlen konnte: Sumup sei Dank. Aber auch bei Imbissbuden setzt sich Kartenzahlung immer mehr durch, wenn auch manchmal nur auf Umwegen. Eine Dönerbude bei mir in der Nähe nimmt vor Ort zwar immer noch nur Bargeld, aber man kann inzwischen via Lieferando vorbestellen und online bezahlen und dann nur noch abholen (oder liefern lassen).

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Viele Menschen werden sich inzwischen an das bequeme und schnelle bargeldlose Bezahlen, auch bei Kleinbeträgen, gewöhnt haben. Auch nach dem Ende der Pandemie wird sich das nicht mehr zurückwandeln, denn warum soll man sich noch die Mühe machen erst zum Geldautomaten zu gehen, wenn das Bezahlen mit Karte oder Smartphone so schnell geht und man es dann zudem auch immer passend hat?

Inzwischen wird man auch nicht mehr schief angeschaut, wenn man Kleinbeträge mit Karte bezahlen möchte und selbst die Bargeldbastion schlechthin, die Bäckergilde, bietet nun immer häufiger Kartenzahlung an. Bargeldzahlung wird nun auch in Deutschland immer mehr zu einem Auslaufmodell und das ohne Zwang. Die Menschen merken halt wie vorteilhaft das ist und das prägt sich ein.

Auch im ÖPNV tut sich was: in Chemnitz kann man in Bussen nur noch mit Karte bezahlen, Bargeld wird dort nicht mehr akzeptiert. Andere Verkehrsbetriebe setzen auf Apps und wollen damit den Verzicht auf Bargeld stärken.

Für mich ist es so leicht wie noch nie gewesen komplett auf Bargeld zu verzichten. Somit wird 2019 wohl vorerst das letzte Jahr gewesen sein wo ich Bargeld benötigt habe. Für dieses Jahr habe ich sogar schon eine Übernachtung gebucht wo man ausschließlich bargeldlos am Automaten bezahlen kann und in der Reservierungsbestätigung explizit drauf hingewiesen wird, daß man kein Bargeld akzeptiert. Und das in Deutschland, absolut undenkbar noch vor kurzem!

Die bargeldlose Zukunft hat nun in Deutschland auch endlich begonnen!

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