Trade Republic: Neuer Discount-Broker will den Wertpapiermarkt umkrempeln

Wer Wertpapiere kauft oder verkauft, der zahlt dafür Gebühren. Die sind, je nach Bank, unterschiedlich hoch. Im Vergleich mit Ländern wie den USA viel zu hoch sogar. Auch das dürfte ein Grund sein, weshalb Deutschland in Sachen Geldanlage in Wertpapieren immer noch anderen Ländern weit hinterher hinkt.

Das deutsche Fintech Trade Republic will das nun ändern.

Trade Republic schraubt die Gebühren auf einen Tiefsstand. Das Depot ist kostenlos, eine Jahresgebühr dafür fällt nicht an. Bei Wertpapiertransaktionen werden keine eigenen Gebühren berechnet, die Fremdgebühren betragen nur 1 €. Mit anderen Worten: man kann bei jedem Kauf oder Verkauf im Durchschnitt einen zweistelligen Betrag an Gebühren sparen, wenn man die Transaktion über Trade Republic abwickelt.

Für die nötige Banklizenz hat sich Trade Republic die Unterstützung der Solarisbank aus Berlin geholt, wo die Depots und die Verrechnungskonten geführt werden.

Welche Wertpapiere können über Trade Republic gehandelt werden?

Aktuell ist es möglich ca. 6.100 deutsche und internationale Aktien und ca. 250 ETF über Trade Republic zu handeln. Der Handel wird über das elektronische Handelssystem Lang & Schwarz am Börsenplatz Hamburg abgewickelt. Andere Börsenplätze werden nicht angeboten. Bleibt abzuwarten ob dies sowie die bisher eingeschränkte Zahl an Wertpapieren in der Zukunft noch weiter ausgebaut wird. Auch Sparpläne werden aktuell nicht angeboten.

Wie finanziert sich Trade Republic bei solch niedrigen Gebühren?

Zum einen durch einen Teil der Fremdkosten, zum anderen zahlen die Börsenplätze an die Broker eine Provision, die im Centbereich bei 100 € Ordervolumen liegt. Je mehr Orders also abgewickelt werden, desto mehr Provision bekommt Trade Republic.

Was ist bei Trade Republic noch anders als bei anderen Brokern?

Die Abwicklung erfolgt ausschließlich über die Smartphone-App. Ein klassisches Onlinebanking existiert nicht, das Depot wird ausschließlich über die App verwaltet. Zudem steht Trade Republic nur Privatpersonen zur Verfügung. Depots für Geschäftskunden können nicht eröffnet werden.



Für wen ist das Depot von Trade Republic geeignet?

Eigentlich für alle, die es eh bereits gewohnt sind ihre Bankgeschäfte mittels Smartphone abzuwickeln. Durch die o.g. Einschränkungen eignet sich das Trade Republic-Depot sicher noch nicht als alleiniges Depot, doch für den günstigen Kauf und Verkauf von Wertpapieren, ist es durchaus geeignet. Wer Sparpläne oder eine größere Zahl an Wertpapieren oder Börsenplätzen benötigt, der kann sich zusätzlich noch ein weiteres Depot bei einer der bekannten Depotbanken eröffnen.

Zumindest als Zweitdepot zum kostengünstigen Handeln ist das Trade Republic-Depot auf jeden Fall zu empfehlen.

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