Bargeldlos in Prag unterwegs

Ein Wochenendtrip nach Prag stand an und natürlich stellte sich auch hier die Frage, ob man denn in Prag ohne Bargeld auskommen kann. Hotel und Bahnfahrkarten waren zuvor bereits online gebucht worden. Ersteres via zenhotels, die Fahrkarten bei der DB bzw. CD und alles wurde mittels Kreditkarte bezahlt.

Mit dem Eurocity ging es von Dresden nach Prag. Der führt einen tschechischen Speisewagen mit und wurde zum Frühstück von mir besucht. Die Bezahlung erfolgte hier mittels GooglePay und der dort hinterlegten Revolut Mastercard. Das lief problemlos ab und nicht mal der Kellner war drüber erstaunt.

Für den ÖPNV in Prag hatte ich mir eine 72h-Karte besorgt. Dies ging auch bereits im Voraus mit der App PID Litacka. Bezahlt habe ich mit meiner Mastercard der Advanzia Bank. Auch Masterpass stand als Zahlungsmethode zur Verfügung. Die App ist für Android und iOS in den jeweiligen App-Stores verfügbar.

Nach dem CheckIn im Hotel ging es erstmal zu Fuß durch die Stadt, da die Wetterverhältnisse sich in den Folgetagen verschlechtern sollten. Irgendwann kam ich am Bahnhof Praha Masarykovo Nádraží vorbei und bei einem Backwarenstand gabs dann einen Espresso und ein Stück Kuchen für mich. Kontaktlos bezahlen war hier absolut kein Problem.

Auf meinem weiteren Spaziergang durch die Stadt kam ich an einem Café vorbei, wo ich mir ein Glas Wein gönnte. Auch hier war es ganz normal, daß man mit Karte zahlen konnte. An den meisten Lokalen jedweder Art prangen auch entsprechende Aufkleber an der Tür.

Abends ging es in ein kleines tschechisches Lokal, das wohl auch in erster Linie von Tschechen besucht wird. Das im Keller gelegene Lokal war nicht nur mega günstig, das Essen schmeckte auch noch sehr gut und ohne Probleme war es auch hier möglich kontaktlos mit der Mastercard zu bezahlen.

Danach ging es in ein nahe dem Hotel befindliches Einkaufszentrum und dort wurde der Getränkevorrat aufgefüllt. Daß man dort bei Tesco mit Karte zahlen kann, dürfte niemanden verwundern.

Am nächsten Tag stand der Besuch des Petrin-Aussichtsturms an. Von der Straßenbahn-Haltestelle Ujezd aus, ist man in wenigen Schritten an der Standseilbahn, die einen hoch bringt, wenn man den Weg nicht hochlaufen möchte, was aber auch ohne größere Anstrengungen möglich wäre. Die Standseilbahn kann man mit dem ÖPNV-Fahrschein ganz normal nutzen. Einfach dem Personal am Einlass das Handyticket vorzeigen und schon kann man einsteigen.

Oben angekommen ist man ruckzuck am Aussichtsturm. Und ja, hier wäre der bargeldlose Versuch beinahe gescheitert, denn die Eintrittskarte kann man nur mit Bargeld kaufen. Aber an dem Wochenende war der Eintritt frei, was wohl mit dem Jubiläum „100 Jahre Tschechoslowakei“ zusammen hing. Auch die Gastronomie im Erdgeschoss des Turms nimmt nur Bargeld.

Danach ging es wieder runter und erstmal ein Café aufsuchen. Da war dann auch wieder Kartenzahlung kein Problem. Den Rest des Tages ging es zu Fuß und mit der Straßenbahn durch Prag. Auffällig: die ganzen Trdelnik-Stände, eine Gebäckart aus der Slowakei, nehmen allesamt nur Bargeld, selbst dort wo sich die Touristen stapeln. Das ist dann doch absolut unverständlich.

Zum Abendessen ging es in ein Restaurant nahe meines Hotels. Hier war nicht nur das Essen richtig gut, sondern man konnte auch mit Karte zahlen. Der Kellner brachte ohne separaten Hinweis zu jedem Bezahlvorgang gleich das Kartenterminal mit an den Tisch.

Der Sonntag war total verregnet, weshalb große Teile des Tages in der Straßenbahn verbracht wurden. In einer Filiale von Costa Coffee gab es eine kleine Pause. Auch hier war meine Mastercard willkommen. Mittags ging es in ein Lokal, das doch etwas abseits des Trubels lag und mir vorab auf Twitter empfohlen wurde. Ein echt tolles Essen gabs dort und natürlich waren auch hier Kreditkarten willkommen und extra auf der Speisekarte sogar abgedruckt.

Vor der Heimreise kaufte ich im Prager Hauptbahnhof in einer Vinothek noch eine Flasche Wein. Das Kartengerät stand hier auch schon direkt auf dem Tresen.

So endete dieser Ausflug ohne auch nur eine Münze oder einen Geldschein benötigt zu haben. Bei dem Aussichtsturm war es wirklich reines Glück und bei den Trdelnik-Ständen blieb ich halt meinen Prinzipien treu. Ansonsten würde ich sagen, daß die Kartenakzeptanz leicht schlechter ist als in Polen, aber auf jeden Fall noch besser als in Deutschland. Auffällig auch: an fast allen Döner-Imbissen, ja auch die gibt es inzwischen in Tschechien, prangten Kartenakzeptanzaufkleber. In Deutschland kann man davon nur träumen.

Man kommt in Prag also durchaus ohne Bargeld aus, sollte aber bedenken, daß Tschechien nicht in der Eurozone ist. Die Verwendung einer Karte ohne Fremdwährungsgebühr ist also unbedingt zu empfehlen.